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Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

 
Ausstellung in Turin, Rotonda d'Onore, entworfen von Raimondo d'Aronco 
frohe Mut, mit der der kulturell stets führende Norden und in erster Linie 
die eminent fortschrittlichen Nachbarstädte Turin und Mailand sich ent- 
schlossen haben, mit der freilich noch spärlichen Ernte einer ersten Bestellung 
des heiklen Feldes der Moderne neben langgeübten und daher weitaus vor- 
geschritteneren Ländern auf den Plan zu treten. 
Dass den Veranstaltern der Turiner Ausstellung nichts ferner lag, als 
kindliches Prunkenwollen mit Erstlingserfolgen, bezeugt ihr immer und 
immer wieder betonter Hauptzweck: das italienische Kunstgewerbe durch 
das reifere moderne Kunsthandwerk fremder Nationen zu befruchten und 
den Freunden der Moderne die Garantien vorzuführen, die Italien, das gelobte 
Land der Kunst, in der beneidenswerten Leichtigkeit seines künstlerischen 
Schaffens, in der unvergleichlichen Routine seiner handwerklichen Leistungs- 
fähigkeit der künftigen Entwicklung der Moderne bietet. 
Wenn der eine oder der andere der italienischen Aussteller in der 
glücklichen Naivität des künstlerisch Schaffenden vermeinte, in der Aus- 
gestaltung der neuen Kunstweise das letzte Wort gesprochen zu haben, 
wenn sie nicht alle den bescheidenen Standpunkt des Ausstellungskomitees 
eingenommen haben mögen, so kann doch gerechterweise die italienische 
Abteilung einzig von diesem Standpunkt aus beurteilt werden: es kann sich 
- von einzelnen herausleuchtenden Ausnahmen abgesehen _ nicht um den 
"unbilligen Vergleich von Leistungen wenn auch noch so hoffnungsvoller
	        
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