MAK

Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

 
Ausstellung in Turin, Keramiken von Luise m. Laughlin, Cincinnati  
Künstlers die Zeichnung durch ein paar Stickstiche - so ist die schuppen- 
artige Haut der Pelikanfüsse durch leichte Stickerei charakterisiert - was 
dem Ganzen einen überaus pikanten Reiz gibt. 
Erwähnenswert sind auch Christ. Lebeaus weiss-blaue Batiks, die die 
denkbar feinsten Spitzendessins aufweisen. 
Unter den übrigen Textilien nehmen die zartgetönten Mohairteppiche 
von W. Stevens 8: Zonen in Rotterdam den ersten Platz ein. 
Von reizendster Wirkung ist ein für die Innendekoration nur wenig 
belangreiches, wohl aber für die Damenkleidung wichtiges technisches Ver- 
fahren John Jacobsons, auf spinnwebdünne Stoffe Wollstaub so zu applizieren, 
dass sie ähnlich wie Samtbrokat wirken; die Farbenzusammenstellungen 
und die Grazie der bordürenartigen Dessins verdienen alles Lob. 
Die Edelmetallarbeiten sind ausnahmslos bemerkenswert; während 
Hoeker 8: Söhne (Amsterdam), die man übrigens schon in Paris schätzen 
gelernt, und Jan Eisenloeffel in Overveen in frühmittelalterlichem Charakter 
arbeiten, ornamentiert C. J. Begeer (Utrecht) seine Objekte mit modernen 
Pflanzenomamenten; das von ihm nach Gips' Zeichnungen getriebene 
Teeservice mit Algenmotiv ist in Entwurf und Ausführung ein Meisterwerk. 
Die Keramik nimmt natürlich in der holländischen Sektion einen weiten 
Raum ein. Rozenburg hat sich weder in seinen starkglasierten Fayencen noch 
in seinem federleichten Porzellan seit Paris geändert. Dagegen bringen Joost 
Thooft 8: Labouchere in Delft eine Reihe von Neuheiten. Sein neues weisses 
Biscuitgeschirr, das in Wedgewoodtechnik ägyptisierende mattgrüne, gold- 
konturierte Ornamente trägt, wirkt hart und langweilig; dagegen hat das 
Delfter Haus Porzellane und Fayencen mit ausgezeichneten Laufglasuren und 
Kristallisationen und schliesslich eine interessante neue Art von Verkache- 
lungen vorgeführt, bei der die einzelnen Kacheln nicht die übliche Quadrat- 
form, sondern ganz verschiedenartige unregelmässige Konturen zeigen, die 
den Linien der Gesamtzeichnung folgen, so dass man an der fertigen Ver- 
kachelung nur schwer die einzelnen Fugen findet. 
an!
	        
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