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Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 10)

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G. Morland. Schweinestall 
 
Dass sich die Zimperlichkeit dieser Zeit bis ins Absurde erstreckte, geht 
daraus hervor, dass man Morland vorwarf, ein Maler von Schweinen zu sein, 
obgleich selbst Gainsborough sich mit derartigen Motiven befasste, bevor er 
sich auf das Porträtfach verlegte. Als Pferdernaler hat sich Morland einen 
wohlberechtigten Ruf erworben. Seine Pferde - wie wir nach allem, was 
wir von ihm wissen, erwarten können _ sind die fleissigen, geduldigen, 
müden Genossen und Diener des arbeitenden Menschen. In dem berühmten 
Bilde „Das Innere eines Stalles" bildet der Schimmel den Brennpunkt. Hinter 
ihm kommt das braune Pferd und das Pony. Die Komposition ist glänzend, 
ebenso wie die Beleuchtung, und die Werte sind mit grösstem Geschick 
gehandhabt. besonders in den Schattenmassen unter dem Dach. Obgleich 
Viele dieses Bild für sein Meisterwerk halten, gibt es doch noch zwei andere 
Bilder, die diesem an technischer Trefflichkeit gleichkommen: „The Farmer's 
Stable" und „Paying the Horseseller". Die seltsam pathetische Individualität 
des weissen Pferdes finden wir wieder und wieder in Morlands Bildern, bis 
wir das edle Tier als persönlichen und geliebten Freund betrachten! Gerade 
in seiner Gabe, durch das Anheimelnde seiner Sujets - sei es Mensch oder 
Tier - unsere Sympathien zu erwecken, zeigt uns Morland eine Seite 
seines Genies, in welcher ihm kein anderer Maler der englischen Schule 
ausser David Wilkie gleichkam. 
Man hat behauptet, dass die von Morlands Pinsel behandelten Sujets 
an Abwechslung mangeln, dass seine Figuren immer dieselben Bauern, 
„Sportsmen", Zigeuner oder Fischerleute seien, welche er stets in derselben
	        
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