MAK

Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 10)

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liches Wohnzimmer in Eichen 
mit Erker und weissen Wänden, 
dazu einen ansprechenden Vor- 
raum, ist doch ganz persönliche 
Leistung, die Möbel behaglich, 
struktiv richtig, in der Linien- 
führung durchaus erfreulich, alle 
Details bis auf die Beschläge 
wohl überlegt, Lichtgebung und 
Farbenstimmung tadellos. Was 
in Aachen geht und wirkt, müsste 
wohl auch anderwärts Anklang 
finden. Noch höher stehen die 
Arbeiten Kochs; es ist ein ganzer 
Mann, der noch Vieles und Gutes 
zu sagen haben wird. Er gehört 
zum Kreise Derer, die mit 
Deneken die Fabriksstadt Krefeld 
auf den modernen Ton stimmen 
wollen und wenn er immer 
Mass hält, wie hier, so wirds 
ihm wohl gelingen. Die Kre- 
 
felder Fabrikanten und Mil- ' p 
. .. . . . _, Ausstellung in Düsseldorf, Schrank von H. Leven-Düsseldorf, 
hfmare sind keme Reaktlonare- ausgeführt von 1-1. Poenicke a Cm, Eberfeld 
Dass von Koch gerühmt wird, 
Alles, was er könne, als Architekt und Zeichner und nun als Chef 
und erster vomehmster Arbeiter einer grossen Möbelfabrik, verdanke er 
nur sich selbst und nie sei er auf Schulen gewesen, die solches Wissen 
und Können vermitteln, wird ihm in unseren Augen nicht schaden. Was 
man von ihm sah, bewies, dass er nicht, wie so viele Autodidakten, ganz 
voraussetzungslos schafft, seine Studien vielmehr auch auf Vergangenes 
gerichtet hat, aus dem die Gegenwart stets mit Vorteil eine Fülle von An- 
regungen schöpfen wird. Koch präsentiert sich in einem Herren- und Damen- 
zimmer und einem Salon als ein starkes Talent mit ernsten ehrlichen Ab- 
sichten, frei von Autoritätsglauben, aber auch frei von Manier, unbekümmert 
um Andere, vor allem um die Schreier und Ellbogenkämpfer, nur seinem 
eigenen geschulten, geläuterten Instinkt folgend. Nicht einmal van der Velde, 
dem er verwandt ist und der ihn höher als viele andere deutsche Interieur- 
künstler schätzt, hat suggestive Macht über ihn. Er schafft ganz aus dem 
Bedürfnis und dem Materiale heraus, seine Linienführung ist anheimelnd, 
wohltuend frei von allen Extravaganzen, die Farbengebung vor allem in dem 
Weiss, Gelb und Hellgrau des Damenzimmers ungesucht, heiter, jedes seiner 
Möbel erfüllt seinen Zweck, ist solid, natürlich, ohne auf berechtigten Schmuck 
zu verzichten. Dass Cossmann und Koch nicht in die heiligen Hallen der an-
	        
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