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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 10)

G. Morland, Der Sturm auf dem Lande

uns Studien nach dem Leben gibt, wunderbar realistisch in Bewegung und

Ausdruck.

Als Zeichner stand Morland über allen seinen Zeitgenossen und vergebens

 suchen wir unter seinen Nachfolgern nach einem, der jenen Wechsel

von Bewegung und Handlung ausdrücken konnte, welche uns Morlands

Figuren lebend vor Augen führt. Das Formgefühl ist eine der Haupteigenschaften

 seines Werkes, welches in drei Perioden geteilt werden kann:

von 1780-87, von 1787-99, seine Glanzperiode, und von da an bis zu seinem

Tode 1804. Die letzten Jahre seines Lebens weisen einen Abfall seiner

ausserordentlichen Begabung auf. Sein Werk wird sehr ungleich und

erhebt sich manchmal bis zum Niveau seiner früheren Vortrefflichkeit, sinkt

aber häufiger weit darunter. Es trägt die Zeichen von Eile und Oberflächlichkeit;

 die Pinselführung ist locker und ohne alle technischen Vorzüge.

Nach der Ursache dieses Rückschrittes braucht man nicht weit zu suchen,

denn Morland war während dieser letzten Jahre buchstäblich von Platz zu

Platz verfolgt, musste sich vor seinen Gläubigern in Winkeln verstecken und

lebte von der Hand zum Mund, indem er Bilder dutzendweise fabrizierte -

ein Raub der Hoffnungslosigkeit und ein Opfer des Schicksals. Das Schlusskapitel

 seines Lebens ist hoch pathetisch ä die Geschichte des letzten

Kampfes eines menschlichen Wesens um seine Existenz. Es ist bei den

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