1814
RudolfMarschall, Der gute Hirte
Weiblichkeiten mit
symbolischem Unter-
sinn,wie„Belladonna",
das „Mädchen mit
dem Yatagan" (etwas
zu sehr nach Lenbachs
Schlangendame ge-
raten), „Hermes Psy-
chopompos" u. s. f.
zeigen einen Zug ins
Bedeutendere. Dazu
reicht die Urwüchsig-
keit nicht. Auch die
Farbe kommt der
Zeichnung nicht nach.
Im Porträt von heute,
in der kleinen Land-
schaft, in der Illu-
stration (Ganghofers
Bücher liegen ihm be-
sonders) leistet er An-
erkennenswertes. Das,
wobei er endlich blei-
ben wird, wenn er sich
dazu überhaupt ent-
schliessen kann, dürfte
ihm endgiltig glücken.
-- Im Salon Pisko grup-
pieren sich mehrere
kleine Sonderausstel-
lungen. Darnaut bringt
eine Anzahl ange-
nehmer Stimmungs-
landschaften, deren
etliche aus Worps-
wede geholt sind. Der
wuchtige Stil dieser
Gegend ermässigt sich
bei ihm wesentlich,
aber der Ausflug hat
nicht geschadet. Ka-
milla Göbl stellt eine
Reihe Blumenstücke
aus, verhältnismässig
kräftignach Charakteri-
stik und Farbensinn.
Auch ein grössererZug
meldet sich fallweise.
In einem grossen Fen-
ster mit roten Muskat-
blüten und Schatten-
werfendem Weinlaub.