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Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

des Sports, ein begeisterter Turner zu 
sein und Ehrenpreise für die Sieger in 
den Wettkämpfen dieser Klubs sind die 
Motive, auf deren künstlerisch-charak- 
teristische Ausgestaltung er sein ganzes, 
nicht gewöhnliches Können wendet. 
Dahin gehört das grosse, in Kupfer ge- 
triebene Relief eines Athleten, der einem 
Lorbeer nachläuft, kraftvoll und markig 
in der Bewegung, in Einzelheiten viel- 
leicht noch nicht ganz reif, aber im 
ganzen höchst beachtenswert, und ein 
anderes turnerisches Motiv, die Figur 
eines Steinstossers in Bronze, eine tüch- 
tige originelle Arbeit. Im Unterschied 
von Thiede geht Six, von dem man 
übrigens auch drei gut empfundene 
Reliefs mit Darstellungen aus dem 
Leben Christi sieht, flott und sicher 
auf das Kunstgewerbliche aus; unter 
den einschlägigen Arbeiten fielen eine 
Reihe hübscher Fayencetöpfe mit 
Metallmontierung und eine getriebene 
Vase auf. Six tritt als Leiter des 
Ziselier-Ateliers in die Kruppsche Kunst- 
erzgiesserei ein. Der ertinderischeste 
Kopf unter Schwartz' Schülern ist Emil 
Meier, seine kleineren Gebrauchsgegen- 
stände, Lampen, Tintenzeuge, Gefässe 
zu sehen, ist ein Vergnügen, er hat 
immer neue Formen und Gedanken in 
Bereitschaft, alles, was er macht, ist 
modern und vernünftig. Auch er wird 
sich nächstens selbständig machen. 
Noch wären Weinberger, Schiller, 
Einsiedler mit guten Arbeiten zu nennen, Schillers Weinservice gehört 
zu den besten Leistungen der Abteilung. Von den Damen, welche 
diese Schule besuchen, ist Hella Unger das bedeutendste Talent. Wie 
ihre Schwester Else ist sie von grosser Vielseitigkeit; was sie erfindet 
und macht, zeigt reichen Formensinn und liebenswürdige Anmut, das 
Moderne liegt ihr nahe, sie geht aber immer sicher auf das aus, was auch 
praktisch durchführbar und in der Erscheinung gefällig ist. Das für Baka- 
lowits von ihr entworfene Service mit ganz neuem Schliff der Gläser ist 
von brillantester Wirkung. Auch Hella wird wie Else dem grossen 
Ausstellung der Wiener Kunslgewerbeschule, Holz- 
schnitt von Viktor Schufmsky, Myrbach-Schule
	        

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