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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

114

erhalten. Breitner und

Schulmeister streben

auch bereits dahin.

Den Fachschulen für

Architektur zum mindesten

 wird in der allgemeinen

 Abteilung

kein Schülermaterial

mehr vorbereitet, auf

das Malerische wird

das Hauptgewicht gelegt,

 wie ja die ganze

moderne Kunst in

erster Linie von malerischen

 Gesichtspunkten

 ausgeht. Dies

durchzusetzen ist ersichtlich

 Rollers pädagogisches

 und taktisches

 Bestreben. Es

herrscht eine Zucht,

ein Drill, ein einheitlicher

 Zug bei ihm

sonder Beispiel; Belastungsprobenwerden



da bei den Schülern

Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule, Bucheinband, Holzmodel- t . .

druck auf Atlas, entworfen und ausgeführt von Mileva Stoisavljevic, Roller- un ernommen, W13 mr-Schule

 gends. Alles, was

Roller tut und fordert,

ist klug überlegt, vielleicht ausgeklügelt, wenn man so will, sein Temperament,

 sein künstlerischer Enthusiasmus steht ganz unter seinem Verstande,

seine Pädagogik ist nicht auf Gefühl und Erfahrung allein gestellt, sie ist

kühle, rechnende Wissenschaft. Er will das auch an die Öffentlichkeit

bringen, alle Arbeiten, die er ausstellt, sind unter lehrhaften Gesichtspunkten

gruppiert und mit prägnanten, den Unterrichtsgang und seinen bestimmten

Zweck charakterisierenden Schlagworten bezeichnet. Wie er es mit dem Aktstudium

 hält, vor allem auf Bewegungsstudien den Hauptton legt, haben wir

schon vor zwei Jahren an dieser Stelle erörtert, die Ergebnisse, etwa in den

Arbeiten der Schüler Fiebiger, M._Iung, R. Klaus, sind wieder überraschend, die

Methode ist heute allgemein anerkannt, klar aber auch, dass sie denen den

grössten Vorteil bringt, die die Form bereits völlig beherrschen. Anfängern

könnte sie gefährlich werden, wenn nicht die gründlichsten Formstudien nach

dem ruhenden Modell nebenher gingen. Wie auch Roller dies erkennt und

beobachtet, zeigen die Fortschritte der Schüler innerhalb eines Jahres, sie
            
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