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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

Kreise eingeführt, hat geholfen ihre Paläste, ihre

Gräber schmücken. Die Bronzetüren der alten Trinitykirche

 hat er rnit geistvollen Reliefs geziert. Seine

geistige Eigenart befähigt ihn besonders zum Leiter

bedeutender Unternehmungen. Daher wurde er zum

Direktor der Skulpturen auf der pan-amerikanischen

Ausstellung und jetzt auch der St. Louiser Weltausstellung

 ernannt. Auch bei der eben stattgehabten

Skulpturenausstellung fungierte Bitter als „Chairman",

d. h. stand an der Spitze des Arrangement-Komitees.

Sein Thanatos für das Grabdenkmal Hubbards, sowie

die trauernde Figur für Henry Villards Grabdenkmal

zeigen Bitters ausdrucksvolle Kunst in ihrerVollendung.

Seine Figuren für den Türeingang zur Handelskammer

sind dem Zwecke entsprechend mehr dekorativ.

Der dritte der jungen Wiener Kollegen ist George

_]ulian Zolney, der zwar Ungar von Geburt, doch in

Wien unter Hellmer und Kundmann seine Ausbildung

genossen hat. Seit 1892 weilt Zolney in New-York.

Seine ersten grossen Erfolge verdankt er der Ausstellung

 in Nashville. Seitdem ist er mit Aufträgen aus

dem Süden überflutet. Ein sehr flott gemeisseltes

Selbstporträt zierte die Skulpturausstellung.

Ein Brooklyner, also ein Amerikaner von Geburt,

aber ebenfalls ein Schüler Hellmers, ist F. ]. R. Roth. 11m0" Alkinälvlßc Neil-Er

 wandte sich später nach Berlin und widmete sich Manmm"

unter Paul Meyerheim dem Tierfach, wobei ihn auch

die Studien im Zoologischen Garten wesentlich förderten. Vor vier Jahren

liess sich Roth dauernd in New-York nieder und gilt hier mit Recht als der

erste Bildhauer im Tierfach, da er mit grosser Wahrheitstreue, Geschmack

und technischer Fertigkeit seinen Modellen gerecht zu werden versteht.

Für die Buffaloer Ausstellung meisselte er die grossen Büffelgruppen und

ein Wagenrennen, dessen Modell sich jetzt auf der Skulpturausstellung

befand (siehe Abbildungen), ebenso die Zirkuselefanten.

Ein in Amerika geborener Bildhauer von Bedeutung, der aber grösstenteils

 in Deutschland, besonders in München seine Ausbildung fand, ist

Charles Niehaus. In Cincinnati geboren, eilte er nach München, sobald es

seine Mittel gestatteten. Ein Aufenthalt in Italien, England und Frankreich

folgte und nachdem er dazwischen Amerika besucht und sich den

Auftrag für zwei Gartield-Statuen, eine für das Kapitol in Washington, eine

für die Vaterstadt Cincinnati geholt hatte, kehrte er nach Europa zurück.

Unter römischem EinHusse schuf er dann einige vollständig an die Antike

gemahnende Werke und der Klassizismus behielt fortan in seiner Kunst die

Oberhand. Seit 1885 hat er sich dauernd in New-York niedergelassen und



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