MAK

Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

geboren.Seinekünstlerische 
Ausbildung hat er zum Teil 
hier, zum Teil in Paris em- 
pfangen. Er war auch schon 
auf der Pariser Weltaus- 
stellung durch seine 
Gruppen am Portikus des 
Nationalpavillonsvertreten. 
„Der Sonnenschwur" und 
der letzte Akt des Moqui- 
Schlangentanzeswirdvielen 
erinnerlich geblieben sein. 
Er errang sich damals schon 
die silberne Medaille. Die 
ungemein charakteristische 
Auffassung, die eigenartige 
Schönheit, die er seinen 
Naturkindem mit ihren 
sehnigen Gliedern und ihren 
muskulösen Zügen zu ver- 
leihenweiss, habenihnrasch 
für diese Spezialitätberühmt 
gemacht. Aber auch in ande- 
ren Sphären drückt sich der 
ideale Schwung der Mac 
Neil'schen Auffassung mit 
viel Glück aus. Dies bewies 
die höchst ideenreiche und 
schön gruppierte lebens- 
volle Komposition „Vom 
Chaos zur Dämmerung", 
ein I-Iochrelief, welches die 
eben stattgehabte 
Skulpturenausstellung 
schmückte. 
Solon H. Borglum, Wildes Bronco 
Ein anderer der Jungen könnte einen schier verleiten, eine abenteuer- 
liche Geschichte aus dem westlichen Leben zu schreiben, statt eine Künstler- 
biographie, richtiger beides in einem. Es ist Solon H. Borglum, dieses 
Kind des wilden Westens. Borglum hat erst jahrelang auf dem Ransch gelebt, 
von aller Kunst und Kultur ferne, bis er plötzlich zu zeichnen anfing und 
dann nicht mehr los davon konnte, vom westlichen Leben aber auch nicht, 
und so mehrere Jahre beides vereinigte, indem er ein kleines Atelier in Santa 
Ana bezog, sich aber nur Sonntags daselbst aufhielt und während der ganzen 
übrigen Woche hinauspilgerte in die Saddleback-Berge, welche Santa Ana
	        
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