M839", ein Panneau auf Seide von Charles Conder
Künstlern behandelt worden, doch glaube ich, dass ihr Werk vollständig
uninspiriert erscheint und nur eine mittelmässige Nachahmung dessen ist,
was sie bewundern.
Könnte man in diesem unserem kalt berechnenden XX. Jahr-
hundert an eine Seelenwanderung glauben, so könnte man wohl von Charles
Conder vermuten, dass er einst in den Lustgärten von St. Cloud und Ver-
sailles gewandelt und mit den eleganten und gebrechlichen Damen vom
Hofe Ludwig XIV. und XV. geschäkert habe.
Seine ihm ganz eigene Fähigkeit zeigt Conder in seinen dekorativen
Arbeiten, denn in seinen Ölgemälden dagegen, in welchen er moderne Stoffe
behandelt, scheint er sich nicht zu Hause zu fühlen, und seine Phantasie
weigert sich, sich zu dem anmutigen Fluge zu erheben, an welchen uns seine
deliziösen Fächer und dekorativen Panneaux gewöhnt haben. Einige seiner
Fächer sind auf Seide gemalt, andere auf Vellum, und in einigen Beispielen
finden sich auf der Oberfläche gut komponierte Gruppen von Figuren mit
verschiedenen Gebärden, allerlei Lustbarkeiten und dazwischen Medaillons,
welche winzige, mit äusserster Zartheit ausgeführte Figürchen enthalten. Die
Farben von einigen dieser Fächer sind ganz wunderschön in ihren Perlmutter-
tönen. Ein hervorragend schönes Beispiel dieser Art ist der hier reprodu-
zierte „Frühlings-Fächer", welcher in den leichtesten Tönen von Grau, Blau
und Grün gemalt ist. Der Entwurf dieses Fächers ist äusserst anmutsvoll
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