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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

einzelne Möbelformen

(Tische, Sessel etc.)

völlig von Holland übernommen.

 Auch wird in

dieser Zeit die Technik

des in heissem Wasser

gebogenen Holzes an

den Sesseln, und zwar

vorzüglich an den vorderen

 Füssen geübt.

Mit der Regierung

Wilhelms von Oranien

wurde der Einfluss Hollands

 immer bedeutender.

 Es werden

von den holländischen

 Niederlassungen

 im Osten besondere

 Arten von

Trumeau, Mahagoni, poliert, mit Ahorn eingelegt und mit Brunzebeschlägen Hölzern belügen-Ebenholz

 und Mahagoni

 sind das beliebteste Material und die kostbaren „Kabinetts", kleine auf

gedrehten Füssen stehende kostbar gearbeitete Schränkchen die beliebteste

Form. Aus China und aus Ceylon kommen durch die Holländer als Kaufleute

 kleine Lackschränkchen und anderes nach England und die Ornamentik

der chinesischen Kunst wird mit der heimischen zu einer eigenartigen Art

der Dekoration verquickt, die sich bis spät in das XVIII. Jahrhundert erhält.

Auch die Intarsia wird nach holländischen Mustern geübt und eine Art

Schlingpfianze bedeckt die Flächen der Truhen, Schränke und Sessel.

Im Anfange des XVIII. Jahrhunderts unter der Regierung der Königin

Anna Stuart bildet sich ein neuer englischer Stil aus, den wir mit dem Namen

der Königin bezeichnen. Diese Formen entstehen durch. die eigentümliche

Verbindung dreier Stile: des in England immer noch bestehenden gotischen

Stiles, des von Holland übernommenen unter starkem chinesischen Einfluss

stehenden Stiles und der französischen Formen.

An zahlreichen Möbeln der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts kann

man diese drei Stilarten nachweisen. Der hervorragendste Erzeuger dieser

Möbel ist Thomas Chippendale, der sein Werk „The Gentleman and Cabinetmakers

 Director" im Jahre 1752 publizierte, ein Werk, das zahlreiche Entwürfe

 für Möbel enthielt und von grösstem Einffusse auf die ganze Möbelindustrie

 seiner Zeit wurde. Die Sessel zeigen häufig holländische Formen,

die Füsse sind oben stark ausgebaucht und mit Schnitzereien, und zwar in

chinesischer Art versehen. Die Rücklehne ist oft sehr einfach aus Stäben

gebildet, häufig trägt sie aber auch ein Ornament von verschlungenen


            
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