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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)


Trumeau, Mahagoni, poliert, mit Ahorn eingelegt und mit Bronzebeschlägen

Fuss, der später in der Empire- und Biedermeierzeit sehr häufig verwendet

wird, hier zum erstenmale kennen lernen.

In diese Zeit also fällt die Wiederaufnahme und praktische Verwendung

der antiken Studien, die für die folgende Zeit von so grosser Wichtigkeit sind,

da sie immer allgemeiner werdend einen grossen Einfluss auf das Kunstgewerbe

 ausüben und den Stil entstehen lassen, den wir gemeinhin als

Louis XVI. bezeichnen.

Während sich nun in Frankreich der Louis XVI.-Stil unter dem immer

stärker werdenden Eini-lusse der Antike stetig entwickelt und, wie wir oben

gesehen haben, seinem grossen Ziele - der Durchführung des Prinzipes der

Symmetrie - zustrebt, sehen wir in England ein ganz anderes Prinzip sich

Bahn brechen und siegreich behaupten, das der Nützlichkeit und der praktischen

 Verwendbarkeit der den Menschen umgebenden Dinge des täglichen

Gebrauches, das Prinzip der Nutzkunst. Je mehr man in Frankreich bemüht

ist, das Möbel der Architektur unterzuordnen, und aus äusseren, ästhetischen

Gründen den Zweck, den ein Möbel erfüllen soll, verbirgt und unkenntlich

macht, desto mehr trachtet man in England, den praktischen Bedürfnissen

des Kulturmenschen gerecht zu werden und gibt den Möbeln und anderen

kunstgewerblichen Geräten die Form, die sich aus dem Gebrauche des

Gegenstandes von selbst ergibt und sucht diese Form dann künstlerisch

zu gestalten.

Diese Zeit, das letzte Viertel des XVIII. Jahrhunderts, hat nun eine

Reihe von hervorragenden, künstlerisch geschulten Kunsthandwerkern
            
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