MAK

Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

 
Tisch. Mahagoni, poliert 
schon zeigen, eingebaucht, damit man sehr nahe an den Tisch anrücken 
könne. 
Der Aufsatzkasten, eine Verbindung von Kommode und Schubladen- 
kasten, zeigt ganz deutlich schon im Äusseren, dass er praktischen Zwecken 
dient und stellt sich dadurch in Gegensatz zu den ihre Bestimmung durch 
ihre äussere Form verleugnenden Empiremöbeln. 
Die Möbel des darauf folgenden Schreibzimmers haben als verbindendes 
Merkmal gerade Säulen mit Kapitälen, die mit aus Ahorn eingelegten 
Linien verziert sind. Die Kastenmöbel schliessen sich noch an den Empire- 
stil an, die Sitzmöbel aber zeigen den Biedermeierstil, der unter dem 
Einfiusse des wiederkehrenden Rokoko steht. Das Sofa weist ganz besonders 
diesen Einfluss auf, während die Grundformen der Fauteuils auf englische 
Muster zurückgehen. Der Schreibtisch ist in seiner Konstruktion überaus 
zweckmässig, die Platte ist durch einen verschiebbaren Deckel verschliessbar, 
die beiden die Platte tragenden Teile sind weit auseinandergerückt, um 
dem Benützer den notwendigen Spielraum zu geben. 
Von den einzelnen Stücken, die in Abbildung gebracht werden, ist ein An- 
kleidespiegel (Seite 264) bemerkenswert, der uns die schon oben beschriebene 
Form aus der Zeit des ausgehenden XVIII. jahrhunderts wieder vorführt, 
ferner zwei noch dem Empirestile angehörige Fauteuils, (Seite 266) von 
denen der eine mit der niederen Lehne eine Form zeigt, die sich im Bieder- 
meierstile weiter entwickelt und sehr beliebt wird. (Vergleiche Seite 295.) 
Der Schubladekasten mit Säulchen und Sphingen aus vergoldetem I-Iolze 
gehört der Zeit an, in der man infolge der allgemeinen Verarmung und
	        

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