MAK

Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

AXJU 
und in dem architek- 
turähnlichen Kunst- 
gewerbe wird, soweit 
nicht die Notwendig- 
keit der Sache selber 
Vernünftigeres er- 
zeugt, weit und breit 
durch eine Gleich- 
mässigkeit des 
Ganzen gefehlt, die 
das Hauptsächliche 
und Nebensächliche, 
das Konstruktive und 
Füllende nicht unter- 
scheidet oder wenig- 
stens nicht genug ver- 
anschaulicht. Läuft 
eine Wandverklei- 
Klapptisch, Mahagoni, poliert dung _. etwa wenn 
sie in einem blossen 
Anstrich besteht M völlig gleichartig dahin, so ist dies insofern zu ertragen, 
als sie eben künstlerisch gar nichts beansprucht. Sobald sie jedoch solches 
tut, ist das gleichmässige Nebeneinanderstehen ihrer Bestandteile ein 
künstlerisches Defizit. Aus diesem Grunde macht ja auch die Alltags- 
tapete ein Zimmer so langweilig: man 
Endet an ihr zwar bei genauem Hin- 
schauen aufs Einzelne gewisse stets 
wiederkehrende Fügungen von schwa- 
chen und starken Linien oder Fär- 
bungen, im ganzen aber nur die ewig 
ununterbrochene Gleichmässigkeit. Be- 
hängen wir die Wand mit Schmuck, 
oder verstellen wir sie mit Möbeln, so 
kehrt jene Situation wieder: wir finden 
eine Anhäufung von dem und jenem, 
sind aber erst dann befriedigt, wenn wir 
in dieser Gewichtigeres und Gewicht- 
loseres zu unterscheiden bekommen. 
Die altväterische Gliederung der Wand 
durch ein breitspuriges Mittelstück 
(Sofa oder dgl.), neben dem zwei eben- 
so oder weniger breitspurige „Seiten- 
stücke" (Schränke, Bilder oder ähn- 
liches) aufgepflanzt erscheinen, ist für pmeuq, Nussholz, poliert 4 
 

	        
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