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Herkules und Antäus, Relief am Mittelportal
des Palais
plastische Verzierung aufweisen, während die
Bildung der Portale, Konsolen und Balkons
inklusive der Reliefverzierungen bei S. Kleiner
eine dem heutigen Zustande ähnliche ist.
Bekanntlich zeigt der heutige Palast wohl Rustizierung
im unteren und Nutenzüge im oberen
Geschosse wie auf den Abbildungen, aber
keinerlei Gliederung in Vor- und Rücklagen.
Der auf beiden Blättern vorkommende Waffentrophäenfries
unter dem Kranzgesimse fehlt,
dafür aber findet sich an den Balkons jene
originelle Verkröpfung des Geländers und in
letzterer jener interessante, wohl den malerisch
wirkenden Geländern des Palazzo Pesaro in
Venedig nachgebildete Balusterwechsel, die
beide in den Abbildungen zwar noch nicht vorkommen,
den Balkons aber den Charakter ganz
eigenartiger Typen und zweifelsohne sehr
beachtenswerter Sehenswürdigkeiten verleihen.
Indem wir das Palais und dessen Fassade
betrachten, steigt plötzlich der kolossale
römische Palazzo Odescalchi vor unseren
Augen auf "'. In seiner früheren Gestalt als
Palazzo Chigi hat er mit seiner Mittelpartie,
die Bernini vollendet, Falda und Sandrart
publiziert, auf den Architekten unseres Kinsky-Palais
in puncto Fassadendisposition unstreitig
grossen Einfluss geübt. In seiner letzten,
durch Niccoli Salvi und Luigi Vantivelli bewirkten
Metamorphose zeigt er mit unserem
Engen-Palais (siehe unsere Abbildung weiter
unten) eine entfernte Ähnlichkeit. Das Datum
seiner Umgestaltung 1745 schliesst allerdings
jegliche Musterbeziehung, die man etwa vermuten möchte, aus. In diesem
Jahre wurde die verödete und devastierte Residenz des edlen Ritters dessen
Erben bereits von staatswegen wieder abgekauft!
In Bezug auf die Anzahl der Achsen und auf die Ausdehnung der Fassade
wird unser Palast nur von den grössten römischen Palazzi übertroffen
(Palazzo Odescalchi 24, Duca di Ceri I9), während er mit mehreren, wie der
Palazzo Cornaro bei Fontana di Trevi und wie der Florentiner Palazzo Riccardi
auf einer Linie steht (17), und die Fünfzehnzahl des Lateran so wie die
geheiligten Dreizehn derPalazziFarnese und Borghese um etliche Fenster überbietet.
Die lange Ausdehnung der Fassade, die Rustizierung der Wand, die
" Abbildung in „Durch ganz Italien". ll. S. 275.