Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 8 und 9)

544

Herkules und Antäus, Relief am Mittelportal

 des Palais

plastische Verzierung aufweisen, während die

Bildung der Portale, Konsolen und Balkons

inklusive der Reliefverzierungen bei S. Kleiner

eine dem heutigen Zustande ähnliche ist.

Bekanntlich zeigt der heutige Palast wohl Rustizierung

 im unteren und Nutenzüge im oberen

Geschosse wie auf den Abbildungen, aber

keinerlei Gliederung in Vor- und Rücklagen.

Der auf beiden Blättern vorkommende Waffentrophäenfries

 unter dem Kranzgesimse fehlt,

dafür aber findet sich an den Balkons jene

originelle Verkröpfung des Geländers und in

letzterer jener interessante, wohl den malerisch

wirkenden Geländern des Palazzo Pesaro in

Venedig nachgebildete Balusterwechsel, die

beide in den Abbildungen zwar noch nicht vorkommen,

 den Balkons aber den Charakter ganz

eigenartiger Typen und zweifelsohne sehr

beachtenswerter Sehenswürdigkeiten verleihen.

Indem wir das Palais und dessen Fassade

betrachten, steigt plötzlich der kolossale

römische Palazzo Odescalchi vor unseren

Augen auf "'. In seiner früheren Gestalt als

Palazzo Chigi hat er mit seiner Mittelpartie,

die Bernini vollendet, Falda und Sandrart

publiziert, auf den Architekten unseres Kinsky-Palais

 in puncto Fassadendisposition unstreitig

grossen Einfluss geübt. In seiner letzten,

durch Niccoli Salvi und Luigi Vantivelli bewirkten

 Metamorphose zeigt er mit unserem

Engen-Palais (siehe unsere Abbildung weiter

unten) eine entfernte Ähnlichkeit. Das Datum

seiner Umgestaltung 1745 schliesst allerdings

jegliche Musterbeziehung, die man etwa vermuten möchte, aus. In diesem

Jahre wurde die verödete und devastierte Residenz des edlen Ritters dessen

Erben bereits von staatswegen wieder abgekauft!

In Bezug auf die Anzahl der Achsen und auf die Ausdehnung der Fassade

wird unser Palast nur von den grössten römischen Palazzi übertroffen

(Palazzo Odescalchi 24, Duca di Ceri I9), während er mit mehreren, wie der

Palazzo Cornaro bei Fontana di Trevi und wie der Florentiner Palazzo Riccardi

 auf einer Linie steht (17), und die Fünfzehnzahl des Lateran so wie die

geheiligten Dreizehn derPalazziFarnese und Borghese um etliche Fenster überbietet.

 Die lange Ausdehnung der Fassade, die Rustizierung der Wand, die

" Abbildung in „Durch ganz Italien". ll. S. 275.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.