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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 10)

Girande, Bronze, Wiener Arbeit, zuletzt Uhr, französisch, Mahagoni mit Bronzen

Hofburg Wien

gesamte reiche Dekor fällt ihr zu und nicht mehr eingeordnet, sondern

nebengeordnet wird er, an Stelle der Einlegearbeit tritt die Auflegearbeit,

die Applique. Diese neuen vielgestaltigen, unerschöpflichen Aufgaben, dem

Bronzisten durch das Möbel gestellt, mussten sein Selbstbewusstsein mächtig

steigern, die Zahl der Kräfte vermehrt sich ins Ungemessene, Künstler ersten

Ranges nehmen sich dieser Arbeiten an. Auch hier wie in der hohen Kunst

und im Möbel ein völliges Sichhingeben an die klassizistische Lehre der

Zeit, aber auch ebenso ein früheres Überwinden des Formalismus als

ausserhalb Frankreichs und eine Durchdringung der aus der Antike geholten

Motive mit französischem Sentiment.

Die technischen Vorzüge, welche sich die Bronze Frankreichs im

XVIII. Jahrhundert errungen hatte, werden erhalten, wenn möglich gesteigert

und aller Zwang, den der gelehrte archäologische Zug der Zeit ausübt, kann

wenigstens auf französischem Boden natürliche Formfreude und persönliche

Auseinandersetzung mit den gegebenen Motiven nicht verdrängen. Auch als

Neuklassiker werden die französischen Plastiker nicht leicht akademischtrocken

 und schablonenhaft, Anmut und Grazie, Phantasie und schwung-
            
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