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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 12)

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Und dieses Gefühl sollte man, wenigstens bei einem kunstgewerblichen

Gegenstande, niemals haben. Es soll damit nicht öder Material- oder Arbeitsprotzerei

 das Wort geredet werden; aber man soll im Kunstgewerbe auch

immer über die geschickte Anwendung eines Materials und einer Technik

sich freuen können und mindestens nicht über die ungeschickte Anwendung

verstimmt werden.

Also man spare, wie es auch die Japaner in rneisterhafter Art tun, die

Seide für jene feinsten, glänzendsten Partien, wo die Malerei mit jedem

anderen Materiale im Vergleiche zu der mit Seide stumpf wäre und ihren

Glanz nicht erreichte.

Dann braucht auch eine Künstlerin, die im Stande ist, das Bild zu

schaffen, nicht Anstand zu nehmen, auch diese höchsten, feinsten Glanzstellen

 mit der Nadel selbst aufzusetzen. Dann kann sie auch individuelles

Empfinden und technische Eigenart hineinlegen und ein Werk aus einem

Gusse schaffen. Nur von diesem Gesichtspunkte aus wird man auch die

beigegebenen Arbeiten der Frau I-Ienriette Mankiewicz mit ihrer Verbindung

von Malerei und Stickerei richtig beurteilen können.

DAS ÄLIESTE ALLER BEKANNTEN

MODELBUCHER Sie VON E. KUMSCH-DRESDEN

 S0-EIT

 Beginn der Umwälzung auf kunstgewerblichem

 Gebiete, also seit zirka 30 jahren, bilden

Model- oder Musterbücher, also Sammlungen

von Mustern für Stickerei etc. den Gegenstand

eines besonderen Feldes des Sammeleifers.

Schon im Jahre 1875 hat Miss Palliser in der

„I-Iistory oflace" ein Verzeichnis von 118 „pattern

books" aufgestellt, die zwischen 1527 und 1784

erschienen, und denen heute wohl noch eine

erhebliche Anzahl inzwischen bekannt gewordener

 Bücher gleichen Inhalts angefügt werden kann.

Über Modelbücher im allgemeinen und ihren kunstgewerblichen und

kunstgeschichtlichen Wert verbreitet sich Lichtwark in „Der Ornamentstich

 der deutschen Frührenaissance" sowie in „Das Modelbuch des Peter

Quentel".

Im Dresdener Antiquariatshandel fand der Verfasser das nachstehend

beschriebene Modelbuch, welches für die königliche Kunstgewerbe-Bibliothek

 zu Dresden erworben wurde. Als ältestes aller bekannten derartigen

 Bücher nicht nur Deutschlands, sondern auch Italiens und Frankreichs

in dem einzig bekannten Exemplare und noch dazu sächsischen Ursprungs,


            
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