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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 12)


Tischzeug „Karnevalsklängw, Entwurf der Bordüre von Paul Thema in

Asch, der Mitte von Alois Bohle in Deutsch-Lieben, ausgeführt von

Norbert Langer B: Söhne in Deutsch-Liebau

des Gegenteil, das„Andere",

vor allem das Nichtgestrige,

das nicht auf der ewigen

Werkelwalze Abgeleierte.

Bei einem grossen Teile des

Publikums dringen sie damit

nicht durch, aber sie überlassen

 ihren Fall ruhig der

Zukunft. Die sonderbare

WeltvollSpukundDeutsamkeit,

 die sie aufgebaut haben,

wird nie wieder versinken,

sie ist eine jener Zauberinseln,

 die mitten in unserer

polytechnischen Welt, zwischen

 drei Eisenbahn- und

vier Darnpfschiüstationen,

plötzlich auftauchen und

sind, weil sie sind. Wer

will, bei der proteischen

Vielgestaltigkeit des modernen

 Geistes, dieser oder

jener seiner Gestalten die

Berechtigung absprechen?

In dieser Stimmungssphäre

bewegt sich auch ein kleines,

gruseliges Phantasiestück:

„Aus dem Reich des Todes",

zu dem der Seziersaal den Stoff geliefert hat. Es ist ein Versuch, wie manches andere Bild

auch, selbst unter den Landschaften, zum Beispiel der früchtebeladene Birnbaum, oder

die „goldenen Äpfel". Es sind die Fühler, die der Künstler ausstreckt in die Welt des

Sichtbaren, nach Zielen, die ihm noch unsicher vorschweben. Mehrere neue Landschaften

und weibliche Porträts Klimts finden auch bei Gegnern vielen Anklang. So stark der Zug

von Unverkennbarkeit ist, der durch alle seine Arbeiten geht und sie so persönlich macht,

ist doch die Mannigfaltigkeit innerhalb seines Schatfens gross. Auch in seinen Bildnissen,

die scheinbar mit so gleichartigen Elementen wirken, tauchen immer neue malerische

Probleme auf. Jedes hat in Wurf und Tonart, in Charakter und Stimmung eine Besonderheit

 für sich. Eine junge blonde Dame in Weiss, mit vier hell lila Seidenbändern vorne

die Figur entlang, ist diesmal das vielbewunderte Porträt.

AGENBUND. In den gemütlichen Räumen des Hagenbundes ist eine neue

hübsche Ausstellung eröffnet. Ihre Verwandtschah mit den früheren verleugnet sie

nicht, da es doch immer die nämlichen Kräfte sind, die sich an den nämlichen Aufgaben

messen. Es wäre auch vielleicht schon an der Zeit, an Aufmischung zu denken, durch

Herbeiziehung anderer Elemente, da das Publikum, wie es schon ist, eine so kleine Gesellschaft

 bald auswendig weiss. Glücklicherweise sind einige experimentell gesinnte Mitglieder

 vorhanden, die sich gern an Neuerem versuchen. So fast alljährlich Ludwig

Ferdinand Graf, der neben verschiedenen Porträts einen neuartigen Gollinger Wasserfall

bringt. Diese ernste und intensive Arbeit ist aller Anerkennung wert. Es ist darin eine

starke Fähigkeit zu stilisieren. Der ganze Wasserfall ist auf seine Haupttypen zurückgeführt,

 auf die stehende Wassersäule, den zersüebenden Wasserschleier und das unten

auseinanderrinnende Wassergetümpel. Zur Feststellung dieser Phänomene bedarf es einer
            
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