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MAK

Full text : Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 12)

Der schlafende Sklave von Mxchelangelo (Paris. Louvre]



ihm vor, dem Michelangelo die Ausführung seiner grandiosen Pläne zur Verschönerung

der ewigen Stadt anzuvertrauen. Der Künstler, damals in seinem neunundzwanzigsten

Lebensjahre, hatte sich bereits durch seine Pieta unsterblichen Ruhm erworben, als er im

Anfange des Jahres 1505 nach Rom berufen wurde.

Da der Papst die Idee hatte, schon bei Lebzeiten sein Grabdenkmal herstellen zu

lassen, entwarf Michelangelo den Plan für ein viereckiges Monument von riesenhaften

Verhältnissen; der bekannte „Moses", ein St. Paul und noch zwei Statuen von entsprechender

 Grösse sollten die vier Seiten schmücken; die zwei Riesen-Sklaven (jetzt im

Louvre) waren bestimmt, zu Seiten des Moses zu stehen, nebst zwei ähnlichen Figuren,

das tätige und das beschauliche Leben vorstellend. Diese, mit einer Anzahl allegorischer

und anderer Figuren, sollten die Zahl auf zweiundvierzig bringen. Dazu sollten noch zahlreiche

 Bronze-Reliefs kommen, um ein Werk zu verzieren, welches die grossartigsten

Monumente der Welt in den Schatten stellen sollte.

Dieser edle Entwurf wurde von Julius so bewundert, dass Michelangelo sofort nach

Carrara aufbrechen musste, um das Losbrechen der zur Ausführung seiner Idee bestimmten

Marmorblöcke zu überwachen. Voll froher Hoffnung machte sich der Künstler im April r5o5

auf den Weg und blieb acht Monate in Carrara.

Es war während dieser Zeit, da sein Enthusiasmus über die Herstellung des Grabes

auf dem Höhepunkte stand, dass er diesen wunderbar ausdrucksvollen Kopf schuf, das Vorbild,

 welches in dem „Schlafenden Sklaven" und dem „Gefesselten Sklaven", mit etwas
            
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