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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

kirchlichen Festen unter das Volk geworfen

wurden, Wallfahrtsandenken (Enseignes de pelerinage),

 weiters Marken, welche wie unsere

heutigen Brotmarken den Besitzern Anrecht auf

eine Unterstützung in natura gaben; endlich

kleine Modelle für Goldschmiede und schliesslich

Kinderspielzeug.

Die Geschichte Frankreichs hilft uns, die

wirkliche Verwendung solcher Gegenstände

näher zu erklären. So trugen bei der Revolte

der Einwohner von Paris im Jahre 1358 die

Anhänger des Etienne Marcel Abzeichen aus

Zinn, im Jahre 1411 die Armagnac. Unter

Ludwig XI. war es beim König sowie beim

hohen Adel Sitte, am Hut eine Agraffe in

Medaillonform aus Edelmetall zu tragen; das

Volk wählte solche aus Zinn. Aber auch auf

den Gewändern, an Halsketten und Hüftgürteln

wurden derartige Abzeichen befestigt.

Es sind uns weiters mehrere Falkenhauben

mit Besitzermedaillen aus Zinn bekannt und die

Kaufleute von Paris, speziell die Tuchweber

markierten ihre Ware, indem sie ähnliche Zinnmarken

 aufnähten. Unsere heutigen als Verschlussiegel

 gedachten Plomben sind nichts

anderes.

Eine Reihe von Pilger- und Wallfahrer-Flasche

 mit Tragkette. mit kaltem

Email bemalt und vergoldet, süddeutsch,

 XVI. Jahrhundert, S. D. F.



Regensburger Teller, 1563. S. D. F.

Abzeichen ist in der S. D. F. vorbanden,

 viereckige Täfelchen oder

durchbrochene Arbeiten von runder

Form, zum grössten Teile mit der

Figur des heiligen Michael. Die

letzteren gehören der Zeit Karls VI.

und Karls VII. an und waren am

Mont Saint-Michel, wo sich alljährlich

 eine grosse Menge Wallfahrer

 aus ganz Frankreich einfand,

verkäuflich.

Für den in Frankreich und

Deutschland weit verbreiteten St.

Georg-Kultus sprechen zahlreiche

Beispiele, wie zwei, der S. E. W.

angehörende, auch in waffenhistorischer

 Hinsicht interessante Stücke.
            
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