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Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

Grosser Zunfthurnpen, sächsisch, XVI. Jahrhundert, 
Mitte. Annaberger Marke, S. D. F. 
Zinngefässe für den bürger- 
lichen Haushalt. Aus Minia- 
turen und frühen Tafelbildern 
ist manches ersichtlich, im 
Originale wohl kaum etwas 
auf unsere Tage erhalten. 
Der noch immer sehr be- 
deutende Wert des Materiales 
in jener Zeit brachte unbrauch- 
bar gewordene Stücke oder 
solche, welche dem Bedürf- 
nisse und Geschmack der 
Zeit nicht mehr entsprechen 
konnten, in die Schmelze, oder 
es ging das Zurückgestellte 
in feuchten Räumen langsam 
zugrunde. Christlicher Sinn hat 
dagegen manches aus Kirchen 
bis auf den heutigen Tag auf- 
bewahrt. 
Mit dem Zeitpunkte, als 
Indien die Wünsche Europas 
voll befriedigen kann, beginnt 
die Fabrikation von Gegen- 
ständen jeder Art aus Zinn im 
grossen Stile. 
Es ist das XVI. Jahrhun- 
dert, welches diesen Um- 
schwung herbeiführt; gleich- 
zeitig wirken die allgemeinen 
Kunstbestrebungen auch auf 
die Arbeiten der Zinngiesser 
in den grösseren Städten und 
es entstehen künstlerische Leistungen. In den ersten Jahrzehnten sind noch 
gotische Formen geläufig; 
sie halten sich speziell in 
Schlesien, sowie im Osten 
und Norden von Deutsch- 
land noch lange, während 
die Nürnberger dagegen 
Renaissance-Motive sehr 
früh aufgenommen haben. 
Die zweite Hälfte des 
XVI. Jahrhunderts bedeutet 
 
Siegel der Wiener Zinnzeche 
 
 
Innungssiegel der Wiener 
1586, S. D. F. Zinngiesser, S. D. F.
	        
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