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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

wieder Füsse von einfachster Form, wie Kugelfüsse,

Engelsköpfe; ausnahmsweise aber, wie die folgende

schlesische Gruppe, solche in Gestalt hockender

Löwen, knieender Figuren etc.

Die schlesischen Zinngiesser, vornehmlich jene

in Breslau, wählten zur Ausschmückung der Gefässwandungen

 Gravierungen, welche nicht selten durch

Künstler ausgeführt wurden. Ihre Arbeiten übertreffen

 die sächsischen Fabrikate auch in der Wahl

der Form, sowie in der Bildung des Henkels - in

den meisten Fällen ein Zopfhenkel, auf einem

Drachenpaar absetzend - endlich durch Verwendung

 zierlicher Füsse, wodurch das ganze

Gefäss schlanker erscheint. Drei derartige Kannen,

beziehungsweise Trinkgefasse finden sich in der

S. D. F. Besonders gut ist eine hohe gotisierende

Kanne komponiert, wogegen ein kleiner Krug

durch seine im Stil der Spielkarten-Figuren ausgeführten

 Gravierungen interessant erscheint.

Der dritten Gruppe, der böhmischen, welche



Innungshumpen, schlesisch. - -_ .

a. Hälfte des xvr. jahr- auchduaßrbel

hunderts, s. E. w. ten Mahrens

zuzuzählen

sind und deren Haupterzeugungsstätten

Prag, Eger (egrisch Zinn), Znaim und

Iglau waren, entstammen meist sehr

grosse Kannen mit gravierten Inschriften,

 von welchen jene mit eingelegten

 Messingbändern ein noch

schwereres Aussehen erhalten. Die

Zinnindustrie Böhmens und Mährens

reicht sehr weit zurück, wie die in den

Gräbern kirchlicher Würdenträger vorgefundenen

 Krummstäbe und Kelche,

sowie die grossen Taufbecken in den

böhmischen Kirchen beweisen. Ein

Wenzel Cantharifusor (Kannengiesser)

war 1473 und 1482 Bürgermeister in

Olmütz, ein Clement Canthrifusor 1483

Schöffe daselbst und Brünn verzeichnet

1476 einen „Maister Symon Auwicz"

als Zinngiesser.

Einen noch früheren Beleg für



_ _ _ _ _ Zinnkrug mit Reliefs: „Die drei tapferen Frauen",

die Zmnindustrie dieses Landes geben Nürnberg, 2. Hälfte des XVI. Jahrhunderts, s. D. F.
            
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