MAK

Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 3 und 4)

 
Telemarken. Breidland, Vorratshaus 
auch bei uns gelingen, den bestehenden Anfängen reichere und bessere 
Hilfsquellen zur Verfügung zu stellen? Hier ist ein Punkt, wo sich die Inter- 
essen der Forscher und der Künstler berühren, wo durch gemeinsame Arbeit 
ein kräftiger Faktor geschaffen werden kann, der unabsehbare Vorteile für 
die Entwicklung der heimischen Kunst mit sich bringen könnte. 
Es handelt sich da ja nicht bloss um eine Vermehrung der ohnehin zahl- 
reichen Sammlungen, sondern um die Erhaltung lebenskräftiger Traditionen. 
Die Volkskunst ist eine echte und wahre künstlerische Betätigung, die 
unbewusst ausgeübt wird, durch das Bedürfnis hervorgerufen ist und im 
engsten Kontakt mit dem Leben steht. Je vollständiger diese Betätigung 
einer zum Teil noch im Volke lebendigen Kunstübung vorgeführt wird, desto 
lehrreicher wirkt sie, desto anregender erscheint sie dem stets nach An- 
regungen ausblickenden Künstler. Und gerade das Zusammenwirken von 
Trachten und vollständig eingerichteten Wohnräumen zeigt in schlagender 
Weise dem modernen Städter, was ihm am meisten fehlt, muss ihm die 
Zerfahrenheit der eigenen Verhältnisse deutlich machen. 
Der Handwerker aber, der heute wieder bemüht ist, die oft schon in 
Vergessenheit geratenen Techniken zu üben, wird gerade von ganz einfachen, 
aber charakteristischen Arbeiten alten I-Iausfleisses viel Belehrung empfangen 
können; sie bilden die lebhafteste Opposition zu den unzähligen Fehlgriffen 
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