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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 3 und 4)

Harry Napper, Entwurf für ein Tintenfass aus Zinn

symbolisch: eine Schar geplagter Menschen, die eine ungeheure Last ziehen (man merkt

Henri Manzinschen Anklang), eine Anzahl weiblicher Akte, die „wimmeln" („Wie sie sind").

Auch hier ist immer Talent, aber es fehlt das Zwingende einer Urwüchsigkeit. jedenfalls

hat Otto Friedrich Eindruck auf die Kunstwelt gemacht und sich um etliche Stufen

höher gestellt.

RADIERKLÜB WIENER KÜNSTLERINNEN. Der Aufschwung, den das

moderne Radieren in Österreich genommen hat, bekundet sich auch in dem Zusammenschluss

 einiger weiblicher Talente Wiens zu diesem neuen Klub. In der Sphäre der „Kunstschule

 für Frauen und Mädchen" ist man den Werken der Mitglieder wiederholt mit Vergnügen

 begegnet. Nun bieten sie bereits eine volle, reife Frucht, in ihrer Jahresmappe

(„Zwölf Originalradierungen. Erste jahresausgabe des Radierklub Wiener Künstlerinnen

1903"), deren Vertrieb die Firma Artaria übernommen hat. Ernst und Begeisterung sprechen

aus jedem Blatte. Es ist charakteristisch, dass die Damen sich durchaus nicht spielerisch,

sondern in einer gewissen arbeitsamen Weise mit der Nadel beschäftigen. Auch legen sie

Wert darauf, wenigstens die 25 ersten Drucke eigenhändig auf ihrer Presse herzustellen.

Auch wird man bemerken, dass sich die künstlerischen Individualitäten der Damen schon

ganz deutlich, nach Stoffwahl, Auffassung und Arbeitsweise, sowie in der Anwendung

verschiedener Farben, von einander abheben. Energie im Strich, kräftige Modellierung in

Licht und Schatten findet man bei Marie Spitz („Kind mit Katze"), Pikanterie der Kontraste

bei Joseiine Elbogen (Kapelle bei Schottwien), zartes Weben im Licht bei Lilly Hoffmann

(Hochwiese bei Baden), überraschenden Reichtum des l-Ielldunkels bei Anna Mik (aus der

Kirche Maria am Gestade), als Gegensatz davon die grösste Feinfühligkeit für die zarten

Vibrationen der Tageshelle und starken Sinn für Perspektive bei Marie Adler (Nieder-
            
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