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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

 
Abb. 48. Vorn Grabstein des Wilhelm Zeller und seiner Frau Margarethe in der Karmelitenkirche zu Straubing 
Werk zeichnet sich durch außerordentlich sorgfältigeDurchführung aus,die sich 
namentlich auch in der Individualisierung und der Differenzierung desknorrigen 
Ritterkopfes und des mollig-behäbigen Antlitzes der Frau ausspricht!" 
Zu gleicher Zeit schuf der Meister noch den Grabstein für den 1472 
verstorbenen Ulrich Staufer zu Ernfels an der Pfarrkirche von Sünching bei 
Straubing," in dem er, wie die Stellung des Ritters und die Haltung seiner 
Arme ohne weiteres belegen, den Heinrich Nothaft kurzweg kopierte 
(Abb. 45). Ein kleiner Schmerzensmann zwischen zwei Engeln variiert das 
bekannte Motiv der Teppichhalter. In der Durchbildung überragt der Staufer- 
Stein jenen des Nothaft noch wesentlich. Die Wappen, das Riemenzeug, 
vor allern aber die Kette und das Kleinod des Schwanenordens sind von 
ganz außerordentlicher Feinheit und Sorgfalt. 
Nachden architektonischen und heraldischen Einzelheiten, dann aber 
auch nach der Behandlung des Kopfes sowie der Füße und Hände möchte 
ich dem Meister noch den Grabstein mit einem von allem möglichen Gewürm 
zerfressenen Leichnam in St. Jakob zu Straubing zuschreiben, der in Majuskeln 
' Wimmer, a. a. O. S. 732. - Riehl, a. a. O. S. 213-2. Riehl, a. a. O. S. 213. 
v" Leonhardt, a. a. O. S. 5a, lehnt die von Riehl vorgeschlagene Zuschreibung des Steines an Meister 
Erbart der gequälten Haltung. des mangelhaften Ausdrucks und der Wappen halber ab. In Wirklichkeit ist der 
Ulrich Staufer eine genaue Kopie des Heinrich Nothaft. Vor allem bezeichnend fllr Erharts Hand sind die kleinen 
zwinkernden Augen mit fast geradem Unter- und bogenßrrnigern Oberlid; auch diese trägt der Ulrich Staufer. 
Stecbhelm und Helrndecke entsprechen gleichfalls dem Notbaft-Stein. Somit bleibt nur die verschiedene Schild- 
forrn, die angesichts so vieler Übereinstimmungen nicht ausschlaggebend sein kann.
	        
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