MAK

Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

 
Boudoir in "Sandhouse", Witley, von J. W. Troup 
Gestalt in sich zusammengeballt, ein Erdball. Ein ganz monumentaler Anblick. Es ist Kraft 
im Grossen darin, der alles Kleinliche fern bleibt. Das Material scheint fast nur „angehauen" 
zu sein, aber alles Wesentliche der Form kommt mit breiter Flächigkeit und Grätigkeit 
zum Ausdruck. Die acht Atlanten, welche, ganz pilastermässig behandelt, die Decke 
stützen, und die acht jünglingsiiguren, die an der Aussenwand dockenartig verwendet 
sind, zeigen, wie trefflich der Künstler sich für architektonische Plastik eignet. Von 
Lederer steht in der Mitte des Hauptsaales ein kraftstrotzender „Fechter", in Bronze, für das 
Brunnenwerk vor der Breslauer Universität bestimmt. Voll gesunden Kernes, schwellend 
von jugend, ohne irgendwelche Absonderlichkeit der Formung, Fügung, Fassung. 
Ein Musterjüngling auf dern richtigen Wege. Sehr ansprechend ist ein kleines Marmor- 
denkmal der verewigten Kaiserin, von Richard Luksch, im Auftrage einer Wiener Kunst- 
freundin geschaffen. Man erinnert sich von dem grossen Wettbewerb her an das sitzende 
Figürchen in der Krinoline. In die leidige Krinolinenzeit war eben die jugendblüte der 
Unvergesslichen gefallen. Aus dieser Not gedachte der Bildhauer eine Tugend zu machen, 
angeregt auch durch die Ungewöhnlichkeit der grossen sphärischen Flächen, die dem 
Kleidungsstück zu eigen waren. In der Politur des Marmors gewinnt diese Bauschigkeit noch 
einen weiteren Reiz. Man begreift die Sehnsucht des Künstlers, der in der Tat ein Werk der 
Pietät und künstlerischen Eigenart hervorgebracht. Unter den Malereien bemerkt man 
zunächst Klimts „Seeschlangerw. Es ist ein weiterer Ausschnitt aus jener Unterseewelt voll 
ornamentaler Phantastik, die dem Künstler schon manche aparte Episode geboten. Bunte 
31'
	        

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