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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)


Bett. Mahagoni, poliert, mit Bronzebeschlägen

Obwohl das Unternehmen sich ertragfähig erwies, konnte er doch nur

in bescheidenem Masse Aufträge übernehmen, da ihm geschulte Arbeiter

nicht zur Verfügung standen.

Erst als er eine Reihe von Pariser Kunstschülern aus dem in Wien einquartierten

 französischen Armeekorps zu seiner Arbeit heranzog, war er

imstande, eine kleine Fabrik von Holzbronzewaren zu gründen, die er immer

mehr erweiterte. Wenige Jahre darauf erhielt er die Befugnis zur Errichtung

von Schlosser-, Tischler-, Vergolder-, Tapezierer- und Bildhauerwerkstätten

mit dem Privilegium einer Möbel- und Bildhauerwarenfabrik, für die

damalige Zeit ein völlig neues Unternehmen, dem bald bedeutende Aufgaben

 zufielen. Als Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen gestorben war,

hatte er Erzherzog Karl zu seinem Erben eingesetzt. Dieser gab Danhauser

 den Auftrag, den Palast, der dem I-Ierzoge vorzüglich als Museum

gedient hatte, als Wohnung für sich und seine zahlreiche Familie umzugestalten.

 Als sich die Fabrik dieser Aufgabe nicht gewachsen zeigte, da der

Raum zu beschränkt war, erwarb Danhauser das gräflich Karolyische

Gartenpalais auf der Wieden, das damals zum Verkaufe ausgeboten wurde,

wobei ihn der Gedanke an den zu erhoffenden reichen Gewinn und die

Freude an der Pracht dieses Besitztums leitete.

Er richtete das Palais in wahrhaft fürstlicher Weise ein, liess hervorragende

 Kunstwerke von Paris kommen, kaufte unter anderem auch eine

reiche Sammlung von Gipsabgüssen nach antiken Meisterwerken und machte

aus seinem Geschäftshause eine Sehenswürdigkeit Wiens, die ihm auch den

Besuch und den persönlichen Verkehr mit den vornehmsten Kreisen der

Wiener Gesellschaft eintrug.
            
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