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das Himmelbett, ist mit Kissen nicht so üppig ausgestattet, wie bei den
Bauern Westfalens und Oberbayerns, dafür ist aber meist auf die Schreinerarbeit
mehr Wert gelegt. Es ist, wie alle
anderen Möbel, aus Eichenholz gefügt,
am erhöhten Kopf- wie am niedrigeren
Fussteile und den Seitenbrettern mit
Namen, Rosetten und anderem Zierat in
Kerbschnitt versehen. An die Stelle des
Himmelbettes tritt oft der „Bettschrankü
ein hoher rechteckiger Kasten, der in eine
Wandnische eingelassen ist und hinter
zwei Flügeltüren ein recht umfangreiches
Lager birgt. Bei den meist aus dem Anfange
des XVIII. Jahrhunderts stammenden
Schränken sind breite massive Formen
mit schwerem Gesims, Seitenpilastern und
Kugelfüssen beliebt. Den Fussteil nimmt
gewöhnlich eine Schublade ein. Während
die Möbel früher hier wie anderwärts bunt _
bemalt Waren, begann man um die Mitte Teekessel, Messing etrieben, xvm. Jahrdes
XVIII. Jahrhunderts sie mit einem hundert (Sammlung Waneem-nn. Aachen)
dunklen, rotbraunen Ölanstriche zu versehen,
welcher sie dem damals in Mode gekommenen Mahagoni ähnlich
machen sollte. Die natürliche Schönheit des Materials leidet freilich darunter,
aber vor den grünen Wänden steht die komplementäre Farbe doch vortrefflich.
Rot gestrichen ist auch der schwere Tisch, welcher die Mitte der Küche,
des vornehmsten Raumes im Hause, einnimmt, zumeist in Barockformen
gehalten, mit derben gedrehten Kugelfüssen und einer zum Ausziehen oder
Aufklappen eingerichteten Platte. Hinter ihm hat eine Schlafbank Platz
gefunden, kein gewöhnliches, mit vier stützenden Pfosten versehenes Brett,
wie es neben dem Herde steht, sondern eine solid gearbeitete Truhe mit
Rück- und Seitenlehnen, die gleichfalls durch Kerbschnitte verziert sind. Das
Eigentümliche dieses Möbels besteht darin, dass der Sitz aufgeklappt werden
kann und dann bequemen Raum zu einer Lagerstatt bietet. Die Stühle zeigen
meist die leichten, gefälligen Formen des Louis-Seize und Empire, gerade,
abgedrehte, mit Querpfosten verbundene Beine, gerade Rücklehnen mit
lyraförmig ausgesägten Sprossen. Dazu kommen die Erzeugnisse der Heimbacher
Hausindustrie, Stühle mit rund gedrehtem Pfostenwerk, ohne Leim,
bloss durch Zapfen und I-Iolznägel zusammengefügt, welche Jahrhunderte
hindurch in dem Eifelstädtchen angefertigt, bis nach Holland, Mainz und
anderwärts auf die Märkte gebracht wurden und die wichtigste Einnahmequelle
für die arme Bevölkerung bildeten. Dilettantische Experimente, wie
die bereits erwähnte Nachbildung von orientalischen Muscharabies, der
Versuch einer fabriksmässigen Organisation unter der Ägide des Düssel-56