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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)

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das Himmelbett, ist mit Kissen nicht so üppig ausgestattet, wie bei den

Bauern Westfalens und Oberbayerns, dafür ist aber meist auf die Schreinerarbeit

 mehr Wert gelegt. Es ist, wie alle

anderen Möbel, aus Eichenholz gefügt,

am erhöhten Kopf- wie am niedrigeren

Fussteile und den Seitenbrettern mit

Namen, Rosetten und anderem Zierat in

Kerbschnitt versehen. An die Stelle des

Himmelbettes tritt oft der „Bettschrankü

ein hoher rechteckiger Kasten, der in eine

Wandnische eingelassen ist und hinter

zwei Flügeltüren ein recht umfangreiches

Lager birgt. Bei den meist aus dem Anfange

 des XVIII. Jahrhunderts stammenden

 Schränken sind breite massive Formen

mit schwerem Gesims, Seitenpilastern und

Kugelfüssen beliebt. Den Fussteil nimmt

gewöhnlich eine Schublade ein. Während

die Möbel früher hier wie anderwärts bunt _

bemalt Waren, begann man um die Mitte Teekessel, Messing etrieben, xvm. Jahrdes

 XVIII. Jahrhunderts sie mit einem hundert (Sammlung Waneem-nn. Aachen)

dunklen, rotbraunen Ölanstriche zu versehen,

 welcher sie dem damals in Mode gekommenen Mahagoni ähnlich

machen sollte. Die natürliche Schönheit des Materials leidet freilich darunter,

aber vor den grünen Wänden steht die komplementäre Farbe doch vortrefflich.

 Rot gestrichen ist auch der schwere Tisch, welcher die Mitte der Küche,

des vornehmsten Raumes im Hause, einnimmt, zumeist in Barockformen

gehalten, mit derben gedrehten Kugelfüssen und einer zum Ausziehen oder

Aufklappen eingerichteten Platte. Hinter ihm hat eine Schlafbank Platz

gefunden, kein gewöhnliches, mit vier stützenden Pfosten versehenes Brett,

wie es neben dem Herde steht, sondern eine solid gearbeitete Truhe mit

Rück- und Seitenlehnen, die gleichfalls durch Kerbschnitte verziert sind. Das

Eigentümliche dieses Möbels besteht darin, dass der Sitz aufgeklappt werden

kann und dann bequemen Raum zu einer Lagerstatt bietet. Die Stühle zeigen

meist die leichten, gefälligen Formen des Louis-Seize und Empire, gerade,

abgedrehte, mit Querpfosten verbundene Beine, gerade Rücklehnen mit

lyraförmig ausgesägten Sprossen. Dazu kommen die Erzeugnisse der Heimbacher

 Hausindustrie, Stühle mit rund gedrehtem Pfostenwerk, ohne Leim,

bloss durch Zapfen und I-Iolznägel zusammengefügt, welche Jahrhunderte

hindurch in dem Eifelstädtchen angefertigt, bis nach Holland, Mainz und

anderwärts auf die Märkte gebracht wurden und die wichtigste Einnahmequelle

 für die arme Bevölkerung bildeten. Dilettantische Experimente, wie

die bereits erwähnte Nachbildung von orientalischen Muscharabies, der

Versuch einer fabriksmässigen Organisation unter der Ägide des Düssel-56




            
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