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Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Anmut seiner Gewinde. Ein warmes 
Gelbbraun bildet hier der I-Iolzfarbe 
entsprechend den Grundton. Die Stoff- 
verkleidungen sind nach Kartons von 
Karbowsky gearbeitet. Das dekorative 
Prinzip bildet auch hier der Hagedorn. 
Eichengewinde sind in der Höhe an- 
gebracht, welche Kronen halten. 
Die Kunstgegenstände, welche hier 
Aufstellung gefunden haben, rühren von 
Mitgliedern der betreffenden Gesell- 
schaften her. Da Illustrationen leider 
nicht erhältlich waren, so würde eine 
Aufzählung nur ermüden. Auguste 
Delaherche, Maurice Dufrene, Bouvier, 
Freres Fannieres etc. und viele der 
ersten dekorativen Künstler Frank- 
reichs sind vertreten. 
Die übrigen Räume sind dem 
„Grand Trianonu angemessenen das Weltausstellung zu S! Luis C F. Liisberg 
heisst mehr  Geschmacke jener Zeit Blumentopf, königl. Pcirzellanfabrik Kopenhagen 
gehalten, ja der I-Iaupt- oder Ehrensaal 
mit den Gobelins von Beauvais - aus dem Salon Ludwig XIV. - ist 
zum grossen Teile eine direkte Nachahmung. Die Decke zeigt drei grosse 
Gemälde von George Rousset, die Beziehungen Frankreichs und Amerikas 
darstellend. Durch die Ausstellung der Porzellanfabrik zu Sevres gelangen 
wir dann in die Ausstellungsräume der Stadt Paris, die aber städtische 
Bauten und Einrichtungen beherbergen. In den Sevres-Räumen waren Auf- 
nahmen gestattet. Sevres zeigt, im Gegensatz zur Berliner königl. Porzellan- 
fabrik, durchaus modernen Geschmack in der Dekoration. Zwischen den 
Sevres -Vasen sind Skulpturen verteilt, die aber an Bedeutung denen in 
der internationalen Skulpturenhalle nicht gleichkommen, obgleich die Klein- 
plastik in matten, zuweilen leicht getönten Biskuitporzellan reizvolles 
bietet. Im Kunstpalast nimmt die französische Skulptur einen bedeutenden 
Raum ein. Alle überragt Rodins „Denker". Nicht nur an äusserlicher 
Grösse, und weil man dem Werke den dominierenden Mittelpunkt der I-Ialle 
eingeräumt hat, sondern weil er es verdient! Wer hier nicht erschüttert 
steht und die Gewalt des Gedankens, der jene Formen beherrscht, aus 
jeder Muskel dieses mächtigen, grosszügigen Bildwerkes herausfühlt - dem 
ist Verständnis für die steingewordene Kraft und Fülle der Empfindung, für 
die moderne Bildnerkunst, die einen ihrer vornehmsten Exponenten in Rodin 
fand, verschlossen. Barrias, Bartholdi, Bloch, Rosa und G. G. Bonheur, Alfred 
Boucher, Falguiere, Auguste Maillard, Lefebre, Max Blondat, Mercie 
Charpentier - Sarah Bernhardt! - das sind so einige Namen der Künstler, 
 
	        

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