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Volltext: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

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Gruppe I. Bergbau und Hüttenwesen. 
Industriezweigen so hervorragend einnehmen. Aus anderen Ländern 
— wird von solchen mit nur unbedeutender Montanindustrie ganz ab 
gesehen — erscheinen die Zusammenstellungen völlig dem Zufall über 
lassen zu sein; es fehlt das System, die leitende und principgemässe 
Ordnung, welche allein im Stande gewesen wären, ein völlig klares 
Bild von der Leistungsfähigkeit auf diesen Gebieten zu liefern; wir 
meinen hier besonders die sonst höchst schätzenswerthen Ausstellungen 
Italiens, Belgiens, Spaniens, Portugals, Schwedens, Nordamerikas u. a. m. 
Eine völlig systematisch geordnete, nach einem einheitlichen Plane 
zusammengefasste Ausstellung, welche ein klares Bild von der Ent 
wickelung und der Leistungsfähigkeit der montanistischen Thätigkeit 
im Ganzen und in seinen einzelnen Gliedern zu liefern im Stande ist, 
gewährt allein das deutsche Reich: von jedem einzelnen Bergbau trei 
benden Theile zeigen die ausgehängten geognostischen Karten die 
Grundlagen, auf denen sich der Bergbau bewegt, ihnen schliessen sich 
die Specialkarten über die speciellen Lagerungsverhältnisse der dem 
Bergbau unterliegenden Lagerstätten an, statistische Tableaux liefern 
den Beweis der wechselnden, meist wachsenden Leistungen; Sammlungen 
von Probestufen der in den einzelnen Gebieten gewonnenen nutzbaren 
Mineralien und von den daraus weiter verarbeiteten Producten geben 
die Belegstücke für die Reichhaltigkeit der berg- und hüttenmännischen 
Industrie jedes abgegrenzten Landestheiles, sowie von den Fortschritten 
und dem Umfange der Leistungen, Zeichnungen von Maschinen und 
technischen Vorrichtungen, sowie — wenn auch in sehr, in zu geringem 
Maasse — Modelle solcher Vorrichtungen sollen Zeugniss ablegen von 
dem Fortschreiten der Technik. Wäre nach einem solchen oder ähn 
lichen Plane in den wichtigsten Bergbau treibenden Ländern verfahren 
worden, man hätte ein Bild von der Montanindustrie der Welt erhalten, 
wie es belehrender und grossartiger nicht gefunden werden könnte. 
Ganz ähnlich, wie er für Deutschland durchgeführt worden, war der 
Grundgedanke für die Ausstellungen Oesterreichs und Ungarns. Auch 
hier sollten die ausgezeichneten Karten der geologischen Anstalten zu 
Wien und Buda-Pest den Kern bilden, um den sich die übrigen Glieder der 
Ausstellung aus dem gesammten Landesgebiet nach Provinzen oder 
Betriebscomplexen geordnet anreihen sollten. Der Gedanke blieb un 
ausgeführt, weil es die Aussteller vorzogen, sich selbstständig, jeder für 
sich, nur zum Theil wenigstens nach Gebieten zusammengeschlossen, 
hinzustellen. So ausgezeichnete Leistungen und so belehrende Zusam 
menstellungen in den verschiedenen zahlreichen österreichischen Pa 
villons dem Beschauer undBeurtheiler vorgeführt werden, dasGesammt- 
hild der Montanindustrie Oesterreich-Ungarns fehlt, obwohl es in grossem 
Maassstabe mit dem vorhandenen Material sehr leicht hätte zur Gel 
tung gebracht werden können. Diese bedauerliche 1 erzettelung einer 
seits, der Mangel an systematischer Anordnung und das Lückenhafte
	        
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