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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 2)

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Tycoon-Tempel, Shiba, Tokio

vorliegen - beherrscht in freiem und kühnem Schwunge die Region der

Dachbildungen.

Dies wird ermöglicht: einerseits durch die raffinierten und aus vielen

kleinen Auskragungen kunstvoll aufgebauten Verbindungsglieder zwischen

Wandsäulen und Dach, andrerseits durch ein höchst geschicktes Dacheindeckungssystem,

 das in den meisten Fällen durch sorgfältig gebildete

I-Iohlsteine, Rippen, First-, Grat- und Traufstücke aus gebranntem Ton, nicht

selten aber sogar durch Metall mit Vergoldung seine Wirkung erzielt.

Semper erwähnt die Legende, wonach die ältesten, strohgedeckten

Palastbauten der chinesischen Kaiser mit ihren vom Alter durchgebogenen,

verrnoosten Strohdächem das Urbild für diese konkav geschwungenen (in

China zumeist grünglasierten) Dachbildungen abgaben. Von dieser nicht

unwahrscheinlichen Anregung bis zur vollendeten technischen und künstlerischen

 Dachbildung einer zum System erhobenen Dachkurve, wie sie Japan

aufweist, ist ein weiter Weg. Er konnte nur zurückgelegt werden mit Hilfe

eines hochentwickelten malerischen Emptindens und einer minutiös genauen

Bauausführung. Beides weisen sogar auch noch einige der jüngsten Tempelbauten

 Japans auf, welche die ältesten Traditionen noch heute verwirklichen.

 Das Ende dieses Bausystems ist aber nahe. Seine Voraussetzung

bildet eine ungewöhnliche Verschwendung mit gutem Bauholz - der

enorme Holzvorrat der japanischen Wälder wurde dazu unbedenklich

herangezogen - ferner die vorwiegende Berücksichtigung ästhetischer
            
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