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Full text: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 2)

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am Boden beim 
Ausruhen, wo- 
durch niedrige 
Horizonte moti- 
viert werden 
können. 
Die oft dämm- 
rige Stimmung 
namentlich tiefer 
im Innern liegen- Entwurf eines kleinen Wohnhauses nach einem 'a an's hen 0 ' 'n l d 
der Gemächer Sammlung "' " "v a " 
läßt die reiche 
Anwendung von Goldgründen und Goldlack bei Prunkräumen nicht barba- 
risch erscheinen; trotz des metallischen Glanzes ist eine ruhige Wirkung 
im gedämpften Licht erreichbar. 
Über den bemalten oder unbemalten Wandrahmen bleibt bis zur ähnlich 
behandelten, ebenen, glatten oder kassetierten Decke ein friesartigerZwischen- 
raum, der der Luft- und Lichtzuführung dient; sein Füllwerk (Ramma) ist 
entweder feines Gitterwerk oder reicheres Schnitzwerk, ähnlich dem im 
Tempelbau als Flächenschmuck verwendeten. 
Wenn aber nirgends Schmuck auftritt, so bleibt doch ein Raumbestand- 
teil selbst im ärmsten Haus der Gegenstand künstlerischer Pflege. Es ist das 
Tokonoma und daran anstoßend das Chigai-dana, jene Wandnischen, die 
nach uralter Sitte für den Ahnenkult und für den wichtigsten Hausrat vor- 
behalten bleiben. 
An dieser Stelle zeigt sich auch die Vorliebe der Japaner für kostbare 
Hölzer; die Täfelungen, der Bodenbelag, die Deckenstützen werden hier 
mit besonderer Sorgfalt ausgewählt und zeigen, wie die Wertschätzung 
technisch vollkommener und in Färbung und Linienführung reizvoller 
Leistungen des Handwerks, sowie die Hochhaltung eigenartiger Natur- 
formen in weite Schichten der Bevölkerung gedrungen ist, bei denen in 
Europa wohl selten auch nur das geringste derartige Verständnis zu finden 
wäre. Durch ähnliche Vorzüge, die von der hingebenden Treue an den 
heimischen Bo- 
den ergänzt wer- 
den, ist auch die 
Liebe für die Pfle- 
ge des Gartens 
ausgezeichnet. 
Selbst der kleinste 
Fleck Erde, der 
zumFamilienhaus 
gehört, erfährt eine 
 
 
Entwurf eines kleinen Wohnhauses nach einem japanischen Original der _ 
Sammlung Trau Durchbildung, auf 
17
	        

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