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Full text: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 4)

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über das Böse 
nur von wenigen 
geteilt, und damit 
das Ideal, dem 
seineKunst dien- 
te, allmählich 
gänzlich schwin- 
den, so würde 
Watts immer 
noch unter den 
großen briti- 
schen Porträt- 
malern einen un- 
bestrittenen Rang 
einnehmen. In 
den Porträts von 
Philip Calderon, 
Dr. Joachim, 
Dean Liddell, 
Walter Crane, 
Burne Jones und 
in zwei von den 
drei Tennyson- 
Porträts ist die 
Charakterisie- 
rung so bewun- 
dernswert, die 
Malweise so ge- 
sund, sind Zeich- 
Üung und Madel" George Frederick Watts, Der glückliche Krieger 
lierung so vor- 
trefflich, daß diese Vorzüge allein die Bilder zu wertvollen Kunstwerken stem- 
peln. Als Porträtist weiblicher Bildnisse war Watts weniger erfolgreich. 
Von diesen ist eines seiner Erstlingswerke bei weitem das beste, es ist 
das Porträt der Lady Dorothey Nevill. Es erinnert durch sein Kolorit so- 
wohl als auch durch seine Atmosphäre stark an die Venezianerschule. Voll 
Grazie und dennoch voll Würde, selbst mit ein wenig Steifheit reizt es durch 
seine Jugendfrische. Auch das Porträt der Lady Somers in dreiviertel 
Lebensgröße, eines der drei Bilder, die Watts von ihr malte, ist ein feines 
Stück dekorativer Kunst. Im Vergleiche mit diesen beiden Werken erschei- 
nen seine anderen Porträts von feinen und hübschen Damen langweilig und 
alltäglich. Seine wenigen Kinderbildnisse sind als Studien entzückend und 
die besten von ihnen sind „Choosing" und das Porträt von Miss Marie Fox, 
spätere Fürstin Liechtenstein. Das erstgenannte Bild zeigt uns die halbe
	        

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