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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 5 und 6)

ordentlich realistisch ziseliert,

 das Fußgestell in

Astform bildet eine Pfeife;

einen Deckelpokal mit

schöner Ornamentierung

in der Art Wechtlins; eine

muschelförmige Bergkristallschale

 in reichster

Arbeit, geschmückt mit

dem Doppeladler des alten

 Deutschen Reiches;

einen Tafelaufsatz in ' 

FormeinesSchiffegdiese ' ' '

meist süddeutsche Ar-  

beiten aus der zweiten ä _ D 

Hälfte des XVI. Jahrhunderts,

 denen sich ein

Trinkgefäß in der Form

eines Uhus anschließt.

Aus der Kollektion Bourgeois (Cöln) stammt eines der herrlichsten

und seltensten Stücke, ein in Silber prächtig montiertes venezianisches

Prunkglas, dessen reich ziselierter Deckel einen ruhenden Hirsch zeigt.

Sehr merkwürdig ist auch eine gotische Kredenzschale mit feinem

Ornament; trotz der Einfachheit ein Werk von edelster Form, seinerzeit

in „Hirths Formenschatz" abgebildet, italienische Arbeit des XV. Jahrhunderts,

 ein mächtiger, hoher Deckelpokal in weit ausgetriebener Buckelung

mit einer kranzwerfenden Göttin als Spitze, durchweg von feinster und

präzisester Arbeit (Meistermarke des Heinrich Straub), neben dem sich ein

prächtig geschmückter und reich ziselierter Nautiluspokal wohl sehen

lassen kann.

Ein kleineres aber sehr stilvolles Werk ist auch der Häufebecher aus

der Sammlung Thewalt (Cöln) mit Meistermarke des Erhard Scherl, aus der

Mitte des XVI. Jahrhunderts.

Aus ungefähr gleicher Zeit stammt auch der springende Hirsch, Prunkgefäß

 aus dem Besitze des Grafen Andrassy, Budapest. Das Kunstwerk ist

von höchster Vollendung; besonders fesselt der lebensvolle, prachtvoll

modellierte Kopf sowie der kalt emaillierte Sockel. Die Arbeit ist süddeutsch,

aus dem XVI. Jahrhundert; sie war, wie mehrere der hier erwähnten Stücke

1901 in der retrospektiven Ausstellung in München zu sehen. Durch wundervolle

 Gravierung zeichnet sich ein Deckelhumpen aus, der mit einer Reihe

von Brustbildern in Medaillons geziert, etwa von 1535 aus süddeutscher

Werkstatt stammt und früher in der Sammlung Miller v. Aichholz (Wien)

sich befand. Interessante wertvolle Trinkgefäße in Tierform (Pferd, Vogel,

Eule und musizierender Bär) waren in München 1901 ausgestellt, des-



Sammlung v. Pannwitz, Holländischer Handschlitten mit Malerei

41'
            
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