Decollete, mit rosa Shawl, und das
Sitzbildchen eines jungen Mannes im
Besuchsanzug, den Stock zwischen
den Knien (wenn die Datierung verläßlich,
184,0). Anderes ist „cosa rara",
aber nicht ohne künstlerisches Interesse.
So das Bildchen eines alten, ganz
kleinbürgerlichen Frauchens vom Graphiker
Mansfeld (Herr Hermann Flöge),
in rosa Schürze, Gebetbuch und
gefaltetes Taschentuch im Schoß;
ein wahres Präparat von Gerunzel des
Gesichts und Geblümel der Kleiderstoffe.
Ein verschollener Wiener Porträtmaler
Schlesinger, der nach Paris
gegangen sein soll, hat ein in glatter
Empireplastik gemaltes tüchtiges Bild
des alten Dominik Artaria, der auch
von Peter Krafft, aber mehr mit Davidschen
Allüren, konterfeit ist. Am meisten
fesseln freilich die großen Talente
der Zeit. Die Waldmüller, Danhauser,
Eybl, Amerling, Dafünger, Kriehuber,
bis zu Rudolf Alt, hinter dessen Landschafterei
wahrlich eine starke Porträtkraft
gesteckt hat. Den Beginn
macht natürlich Füger mit bekannten
Porträts aus der akademischen Galerie;
in der bekannten Goldluft, als solle
eben jener Dukatenregen auf Danae
niedergehen.
In einer Reihe Waldmüller kommen Meisterstücke vor, wie das kleine, aber so durchgreifend
gemalte Selbstporträt (Dr. Heymann) und das köstliche, in gleichem Besitz
befindliche Bildchen seiner Braut, im rosa Seidenkleid, eine hellrosa Rose an die Brust
steekend, all diese Rosigkeit von einem roten Sarnmtsessel abgehoben, und dazu in Teint
und I-Iaar eine goldige Blondheit. Ein Meisterbild ist auch ein männliches Porträt aus
Miethkeschem Besitz, von leuchtendem Glanz des Fleischtons, der Mund zum Sprechen
beredt. Ein sehr gutes, kleines Porträt, fast heiter in seinem schulmeisterlichen Habitus,
stellt den Buchdrucker Bayer vor und soll von Moll unlängst auf einer Versteigerung um
x 55 fl. gekauft worden sein. Auch solche gezogene Promessen kommen noch vor. Ganz
frühe Waldmüller sind zwei Miniaturbilder seiner Eltern (Dr. Heymann), richtige wasserfarbige
Pinselarbeiten im Biederstil, aber schon von kräftiger Charakteristik. Ein wenig
bekanntes Selbstporträt Waldmüllers, im englischen Vierkragenrock, nur leicht angefärbelt,
besitzt Herr Sturany.
Von Danhauser, um bloß Privatbesitz zu zitieren, sieht man den energisch in Ton
gesetzten Kopf des Komponisten Schupanzig (Frau Hofrat v. Lang-Littrow) und das vorzügliche
Doppelporträt Karl und Auguste v. Littrow. Das Ehepaar sitzt traulich auf
braunledernem Sopha, die Dame, mit kurzgeschnittenem Blondhaar, trägt ein dunkelrotes
I-Iauskleid. Danhausers Kolorismus wirkt selbst in dem winzigen Bildchen des Bildhauers
Klieber (Stadt Wien), der so lebendig über den Brillenrand wegguckt. Unter den erwähnten
Eyblschen Bildchen ist das einer Dame von gelblichem Teint, mit dicken schwarzen
Scheiteln über die Ohren herab, besonders in der Wolle gefärbt. Dafhnger dagegen ist den
Bluse, Weißstiekerei, Entwurf von Franziska Hofmanninger
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