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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 5 und 6)

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In leichter Empire-Anleh-_}

 i"  i ,  nung ist er errichtet. Ein

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i!   , _ Gartenrondel mit einem

7' ' f A v Umgang lagert vor, Kugel-,

 w bäume stimmen ihn zu

einer Architekturvignette.

Durch das vorspringende,

kräftig betonte Portal betritt

 man einen lichten

Vorplatz und ist dann sogleich

 inmitten der Bilderräume,

 die sich außerordentlich

 übersichtlich

und angenehm gliedern.

Eine deutsch-österreichische

 Ausstellung wird geboten,

 diesmal ganz ohne

Auslandsgefolgschaft. In

gut gemischter Auswahl vereinigen sich Gemälde mit Schwarzweißkunst, mit Plastiken

und wenigen sorgfältig ausgesuchten Stücken des Kunstgewerbes.

Eine hervorragende Rolle spielt auf der Ausstellung das Porträt. Vom Grafen Kalckreuth

 sieht man zwei Frauenbilder voll schwingender seelisch landschaftlicher Stimmung.

An eine Szene von Marie Ebner-Eschenbach lassen sie denken, an jene Eingangsszene von

„Am Ende" mit dem still-ruhevollen Herbstsonnenschein, in dem die Alternde, zum

Frieden Gekommene auf der Gartenveranda sitzt und sinnend rückschauend in das Grüne

blickt. Solche Szenerie und solch dämmerndes Versonnensein eines alten Menschenkindes,

von Güte und lächelnder Entsagung umspielt, ist auf jenen Bildern Kalckreuths und darunter

könnte jenes Ebner-Wort stehen, das von den Leidenschafts- und Trieberlösten gilt: „Die

schönen Tage sind vorbei, nun werden die guten kommen."

Großen Wurf und meisterliche Qualität hat ein anderes Werk Kalckreuths, das hier

gleich mit charakterisiert werden soll, die „Kostümprobe". Von der Velasquez-Rasse

stammt es. Ein zierliches Mädchen stolziert in starrendem Reifrock. Energisch modelliert

sich die Form heraus, heraldisch fast. Und die Tönung dieser Fläche in weichem Übergang

 von Grau-Blau-Rosa ist ganz in der Art der Infantenbilder des Meisters und von

geschmacksrafiinierter Delikatesse.

Zwei jüngere Berliner, die Herren von Kardorff und von König, bewähren auchdiesmal

ihre sichere und pointierte Charakterisierungskunst. Kardorff hält den Kopf eines Berliner

Verlagsbuchhändlers fest und bringt mit einer sehr persönlichen Technik den Ausdruck

des Momentanen, lebendig Sprechenden zur Wirkung. Sehr originell ist Königs Studie des

Boheme-Poeten Erich Mühsam, ein Gegenstück zu dem Bilde, das Corinth von Peter

Hille machte.

Auf schmaler, langer Leinwand malte König seinen Bohemien, man denkt an den

„armen Lelian", in der Dürftigkeit der äußeren Erscheinung, mit den suchenden, frierenden

Augen. Hilflose tastende Menschlichkeit; der Dichter als ein verlassenes Kind, das sich

verlaufen und sich in dieser rauhen Welt nicht zurechtiindet, das spricht dies Werk aus.

Gegen diese weiche, verlorene Verträumtheit das scharf geschnittene Bild eines

Mannes der Tat, Slevogts Porträt des Bankdirektors Demburg. Lässig, in leichter heller

Sommerjacke lehnt der schwarzbärtige Mann im Lehnstuhl. Eine gemächliche Ausruhestellung,

 doch in dem kühn geprägten Gesicht zuckt es von Verstandesarbeit, ein

Bewegungsspiel voll intensivem Leben. Kombinationen und bewegliche Phantasien

tummeln sich hier und auf dieser Stirn glaubt man das Wort von den unbegrenzten

Möglichkeiten zu lesen.



Maschinstickereien, Entwürfe von Franziska Hofmanninger
            
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