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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 9)

Von ausschließlich dem Nützlichkeitsprinzip dienenden Kästen beginnt man

nach und nach zu Bauten vorzuschreiten, die in ihrer Wuchtigkeit ein wenig

an den ägyptischen Stil mahnen, obgleich natürlich keine direkten Vorbilder

existieren. Die „Cottages" haben in ihren Formen vor allem die Tendenz,

dem Leben im Freien 'und dabei im Schatten so viel als möglich zu dienen.

Sie bilden also naturgemäß einen Gegenpart zu unseren Stadthäusern, wie

das hiesige Landleben mit seiner gründlichen Faulenzerei den scharfen

Gegensatz zum hastigen Stadtleben bildet. Beides in Lebensart und Klima

begründet. GroßeVeranden undErker charakterisieren daher unsere Cottages.

Sie sind meist nicht sehr in die Höhe, mehr in die Breite ausgedehnt. Der

richtige Queen Anne-Stil oder auch nur Anklänge an denselben finden sich

am häufigsten. Neuerdings wird für anspruchslose Sommerhäuschen in den

Bergen auch das Schweizerhaus verwendet. Hier wird das Haus einfach in

die Waldwildnis gestellt. Aber auch bei größeren und kostspieligeren Sommerhäusern

 findet sich überall die Tendenz, den Gartenanlagen gar keinen Zwang

anzutun, sondern die Natur nur ein wenig zu leiten, aber unmerkbar,

unsichtbar. Das Bedürfnis nach voller Freiheit im Gegensatze zum eingeschränkten

 Stadtleben macht sich auch hier fühlbar.

Coulter und Westhoffs Adirondack Chalets, C. H. Kirks Villa für

Nashville, Edgar A. A. Joselyns Villenentwürfe, diejenigen von Algenon

S. Bell, Grosvenor Atterbury und Wilson Eyre und Gartenanlagen von

den Architekten G. K. Thompson und James L. Greenleaf fielen besonders

günstig auf. Die „Wolkenkratzer" waren von den Firmen Clinton und

Russell, sowie Renwick, Aspinwall und Tucker in interessanter Weise entworfen

 worden.

Albert Randolph Ross, Calvin Kissling und die Firma Lord und Hewlett

haben Bibliotheken von klassischen Formen geliefert; das Versicherungsgebäude

 von George B. Post war die Mischung eines Tempels mit einem

Geschäftsbau! C. B. j. Snyders „High School" (gleichbedeutend mit europäischen

 Mittelschulen), zeigte einen reizvollen Bau in Gotik, der den

Charakter vieler unserer Schulgebäude aufweist.

Die drei kleineren Mittelsäle der „Architectural League" waren zum Teil

dem Kunstgewerbe gewidmet. Die Rockwood-Töpfereien traten hier in den

Vordergrund. Die Mittelgalerie wurde von einer Lampe beleuchtet, die

ein Kupfer- und Seidenschirm beschattete und deren Basis in matten Tönen

gehalten war. J. D. Wareham hat den Entwurf geliefert.

Eine Rockwood Faience-Fontaine von W. P. Mac Donald bildet das

Mittelstück der Westgalerie und sowohl durch die zarten reizvollen Töne

als durch die Formengebung wirkte sie höchst anziehend. Das Motiv bilden

Wasserpiianzen und Wassergetier. Die Komposition ist von modernem Gefühl

 durchdrungen, wie überhaupt viele der neuen Rockwoodarbeiten. Wenn

das Publikum hier mehr Geschmack an modernen Ideen im Kunstgewerbe

fände, würde man auch gern mehr solche verwirklichen, teilte mir ein Vertreter

 der Firma mit.
            
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