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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)


Rudolf Ribarz, Kanal in Overshie (Holland)

Manchen Genuß verdankte er seiner körperlichen Kraft und Geschicklichkeit.

 Er war als gewandter Eisläufer bekannt, er war ein kühner, wagemutiger

 Schwimmer, benützte oft die Gelegenheit, daß holländische Seebäder

in der Nähe seiner Studienplätze lagen, zu seinen Touren. Wenn die See

recht hoch ging und zu großartigen malerischen Eindrücken Veranlassung

gab, reizte es ihn, weit hinaus zu schwimmen und seine Kraft auszunützen.

Trotzdem er sehr kurzsichtig war, gebrauchte er keine Vorsichtsmaßregeln.

Als ihn einmal die Wogenkämme höher trugen als sonst, die Täler tiefer

gefurcht waren, der prächtig beleuchtete Küstenstreifen in weiter Ferne

glänzend schimmerte, bemerkte er zu seinem Schrecken plötzlich, daß dieser

Lichtstreif pfeilschnell zu wandern schien. Er wußte nun, daß er in eine der

gefährlichen Strömungen geraten war, die schon vielen den Untergang brachten.

 Als es ihm trotz aller Schwierigkeiten mit Aufwendung aller geistigen

und physischen Kräfte gelungen war, die Küste endlich zu erreichen, hatte er

am Strande vier Stunden zurückzuwandern, um das Badeetablissement (von

Blankenberghe) zu erreichen, wo seine Kleidung zurückgeblieben war.

Wer die Leiden und Entbehrungen des Landschaftsmalers kennt, die

ihn beim Naturstudium erwarten, wird begreifen, wie wertvoll eine robuste

Konstitution dem Künstler sein mußte. Leider blieb ihm diese nicht dauernd

treu. Er hatte alsjüngling denKeirn einesLeidens empfangen, das ihn in reiferen

Jahren schwer bedrängte und sein vorzeitiges Ende herbeiführen sollte.

toll:
            
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