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MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

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Die National Competition x9o5, Kathleen E. Porter, 286 Kings R., Chelsea, London SW.,

Entwurf für ein Damast-Tischtuch

Funktionen. Auf den Steinblöcken des felsigen Bodens ruhen die Holzhäuser wie Schränke

auf ihren Füllen. Die Ungleichheiten des Niveaus werden dabei nicht etwa planiert, sondern

sie werden architektonisch mitbenutzt zu Hebungen und Senkungen der Fassade, so

daß sich reizvoll kapriziöse Wirkungen der Unsymmetrie ergeben. Ebenfalls bewahrt

das Umgebungsgelände seinen natürlichen Charakter, die Abhänge, die vorspringenden

Felsplateaux werden der Gesamtanlage eingeordnet, das Konstruktive wird dekorativ

benützt. Ein gelungenes und lehrreiches Beispiel dieser Bestrebungen ist das schmucke

„SommerhoteP, das im Grün des Baumgebüsches auf dem Felsenvorsprung einer der

Salzsee-Inseln liegt.

Sein Architekt, Westmann, wurde an dieser Stelle schon einmal gelegentlich des

Referats über die letzte Interieurausstellung im Hause Wertheim genannt. Er hatte dort

ein gelungenes Frühstückszimmer, in dem die Farben der hellen Eiche mit dem dunklen

Filigran der gleich japanischen Schwertstichblättern durchbrochenen Beschläge und dem

Orangegelb der gestickten Stoffe wirksam zusammenklangen.

Auch sein Haus hat frische Farbenstimmung. Auf Steinblöcken, durch Lattenwerk

verbunden, ruht es. Sein Untergeschoß fügt sich aus gelbgebeizten Planken, die wie die

Teile der Bootswangen rippenartig - eine lebendige Flächengliederung - aufeinander

genietet sind. Darüber baut sich das Obergeschoß, weiß gestrichen, auf und darin sitzen

orangegelb die Fensterrahmen mit dem weißen Sprossenwerk der Scheibenteilung und

jede Fensteranlage schließt oben ein kleiner Abdachungssims ab.

Wie die Fenster in ihrer farbigen Betonung und ihrem Rahmenwerk ein natürliches

Ornament der Fassade bilden, so wirken sie auch für die Innenräume. Sie sitzen hier

nicht in tapetenausgeklebten Wandausschnitten, sondern ebenfalls in einem breitgeführten

 Kastenrahmen aus Holz, der sich olivgrün aus der weißen Wandiiäche hebt,

und natürlich sind sie als Mittelfenster, die links und rechts tiefe Ecken freilassen, angelegt.

Diese Fensterarchitektur, organisch und betont aus der Wand entwickelt, bedarf keiner

Tapezierverhüllungen, leichte Scheibengardinen aus indischer Seide hängen in ihrem

Holzrahmen.
            
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