Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

I3} u} ' m ;{

"_; 1 

391.



Häusergruppe aus Hildesheim

Jahre 150g vollendet. Sie fanden große Verbreitung; nicht zum mindesten

in Wien, wo Cranach durch längeren Aufenthalt in den Jahren I5oo

bis 1503 bekannt wurde und von wo er wahrscheinlich seine Blätter

„St. Stephan" und „Christus am Kreuze zwischen Maria und Johannes",

beide vom Jahre I 502, ausgehen ließ. Die Vorlage für unser Relief ist das

Blatt Nr. II der Passion (Heller Nr. I7) und trägt unten die Schrift:

„ER IST DEN ÜBELTHETERN GLEICH GERECHNET UND HAT

VIELER SÜNDE GETRAGEN UND FÜR DIE ÜBELTHETER

GEBETEN". Dagegen stehen auf unserer Tonplatte die Worte: „ER HAT

SICH SELPST ERNIDRIGET UND ISD GEHORSAM WORDEN PIS

ZUM TODT 1A ZUM TODT AM KREUCZ. PHILIP 4". Neben dieser

Änderung des Textes hat sich der Bildner noch andere Freiheiten erlaubt.

S0 hat er in der Bewaffnung der Soldaten Änderungen vorgenommen, den

beiden Schächern am Kreuze Lendentücher gegeben, die im Winde weit

ausßattern und schließlich mit sichtbarer Absicht dem Johannes ein jugendlicheres,

 nahezu mädchenhaftes Aussehen verliehen.

Auf Grund der Farbenpalette des Hafners lassen sich für die Zeit der

Entstehung ziemlich sichere Schlüsse ziehen. Auffallende Bevorzugung hellblauer

 und weißer Zinnglasur verlegen die Platte in die Zeit 1525 bis etwa

1540. Neben den technischen Merkmalen ist weiters das Kostüm der dargestellten

 Figuren maßgebend; speziell die Kopftracht der Frauen. An Stelle

der einfachen Kopftücher bei Cranach sehen wir hier hoch über dem

Hinterhaupte aufgebaute Hauben, die Tracht bürgerlicher Frauen im ersten

'16
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.