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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

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Beiwerk ordnet 
sich unter, eine 
Erscheinung, die 
sich auch sonst 
überall feststellen 
läßt. Die zweite 
Hälfte des XIX. 
Jahrhunderts ist 
in der Art der 
Anlehnung an das 
Alte genau ins Ge- 
genteil und damit 
in eine fundamen- 
tal falsche An- 
schauung verfal- 
len. Das neue, 
unseren Tagen, 
unseren Bedürf- 
nissen, unseren 
Studien Entspros- 
sene wurde in die 
Zwangsjacke der 
Stilarchitektur ge- 
steckt und damit 
dem Grundgedan- 
ken Gewalt ange- 
tan. Das konnte 
. selbstverständlich 
Toggenburger Häuser, Niederhaufen, Nesslau nicht Zu Zweck" 
lich richtigen Re- 
sultaten führen. Das Vernünftige, das am Alten ausschlaggebend war für die 
Erscheinung, wurde übersehen, nicht gewürdigt. Brauchbar wie es ist, könnte 
es vielfach direkt herübergenommen werden in die bauliche Sprache unserer 
Tage, vorausgesetzt, daß bei letzterer nicht völlig neue technische Verfahren 
in Anwendung kommen. Ein Haus, des Skelett der Hauptsache nach aus 
Eisen besteht, behandeln zu wollen wie einen Stein- oder Holzbau, wie ein 
Bauernhaus, ist grundfalsch. Vorgekommen ist es hundertfach. Die Wieder- 
anknüpfung an das Alte setzt eine diesem nahe kommende bauliche Technik 
voraus. Ist letztere aber ein Produkt unserer Tage, so muß sie auch ihren 
eigenen Ausdruck finden. 
War in England das Heranwachsen einer nationalen, bürgerlichen Bau- 
weise unter der Einwirkung einer weitaus kleineren Zahl von bezeichnenden, 
erhalten gebliebenen, älteren baulichen Typen möglich, als sie in den deutsch 
redenden Ländern vorhanden sind, so fragt man sich unwillkürlich, was 

	        
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