MAK

Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

 
Raum I. Hausrat aus den Alpenländern 
von den Altertumshändlern förmlich ausgeraubt worden. Glücklicherweise 
konnten diese Hausverstümmler mit den festeingebauten Möbeln nichts an- 
fangen und so blieben sie an Ort und Stelle stehen, zum Teil vorzügliche Vor- 
bilder einer Gestaltungsweise, die ohne allzu reichliche Verwendung von 
Ziergliedern, durch gute Flächenverhältnisse, durch das Einpassen des 
Ganzen in den Raum wirken und hinsichtlich ihrer praktischen Verwend- 
barkeit nichts zu wünschen übrig lassen. In dem Hause Abderhalden in 
Wattwyl ist in der großen Stube die ganze eine Wandseite durch solch ein- 
gebaute Möbel eingenommen (siehe Abbildung Seite 7). Nahe dem Fenster: 
Schreibtisch mit herabklappbarer Platte, unten mit ausgiebig großen Schub- 
laden, dann zwei Schränke für Kleider und endlich ein Geschirrschrank mit 
Gläsergestellen. Dadurch sind alle die dunklen Winkel, die durch vorsprin- 
gende Möbel entstehen, vermieden, gleichzeitig auch die unvermeidlichen 
Staubwinkel. Was also als äußerst empfehlenswerte Neuerung jetzt vielfach 
angepriesen wird, hat seine Brauchbarkeitsprobe, wie in unzähligen anderen 
Fällen so auch da, längst erbracht. Manchmal will es eben fast scheinen, als 
vernichtete das, was man heute nicht immer zutreffend als „Kultur" bezeichnet, 
den Sinn für vernünftige und gute Einrichtungen, die sich aus klarer Beur-
	        
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