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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

In dem neu- 
eröffneten Salon 
Fritz Gurlitt 
fanden seit der 
großen Thoma- 
Ausstellungnoch 
zwei weitere 
statt. 
Zum sechzig- 
sten Geburtstag 
des Malers Karl 
HaiderinSchlier- 
see wurde sein 
Werk in einigen 
charakteristi- 
schen Proben 
dargestellt. Seine 
„Heilige Fami- 
lie", „Charon", 
„Dante und Bea- 
trice" verkünde- 
ten die strenge 
altmeisterliche, 
dabei etwas kühl- 
ornamentale Art 
des Künstlers. 
Gleichfalls von 
einem Sechzig- 
jährigen erzähl- 
ten die Gemälde 
Oberländers. 
Schwindsche an- 
mutig-behäbige 
Fabulierkunst ist 
indiesenstücken, Huzulische Bäuerin am Webstuhl, Seletyn. Nach einer Photographie von 
Direktor W. Hamann 
dem Zwerg mit 
den beiden Riesen, der gelehrten Prinzessin mit dem grotesken Weisen, dem Zecher und 
dem Teufel, dem schlafenden Faun und der liebenswürdigen Drolerie des auf dem Löwen 
entschlummerten Amors. . 
Exquisit ist die Kollektion Fantin-Latours: Harmonie in weichen Schleiertönen, 
unsagbar wallend und schwebend. Schön war in diesem Ensemble auch noch eine Marine 
von L. Dill, in seidig-grün-gelben Farben. 
Jetzt sieht man bei Gurlitt eine ausgezeichnete Auslese alter und neuer englischer 
Kunst und eine reiche erfiillungsstarke Ernte vom jüngsten Schaffen Melchior Lechters. 
Von alten englischen Landschaftern erscheinen John Constable mit delikaten 
Stimmungen, Gewitterlandschaften, Wolkenstudien, Wasserszenen, Themse-Motiven; 
ferner Gainsborough und George Morland. Unter den Jüngeren sieht man mannigfache 
Farbentemperamente. 
Alfred East hat den Schleierblick. Er liebt die grauverdämmernde Weite, die Nebel- 
Höre über den Wassern und über den Bäumen. Wynford Dewhurst aber läßt die 
rauschenden Fanfaren des Lichtes erklingen, rote Felsen glühen auf, die schimmernde 
Koloristik des blühenden Obstbaums leuchtet rosa in weißer Silberluft.
	        
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