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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

hält auch gern

die Häuser jener

Gegend am Meer

fest, die in Licht

und Luft

so weich, grauschimmernd

 eingebettet

 sind, die

mit ihren bunten

I-Iolzfensterläden

auf der weißen

Wand so pikante

koloristische Akzente

 haben. Sein

Hauptthemaaber

ist diesmal die

Judenstraße in

Amsterdam,

Heyermanns

„Ghetto" und

„Diamantstadw

ins Malerische

übersetzt. Um

diesen Stoff hat

der Künstler unermüdlich

 geworben.

 Sein

scharfer Blick,

seine Leidenschaft

 des Griffes

hat sich mit

einem fast zähen

Fleiß verbunden.

An den Studien,

an den zahlreichen

 zeichnerischen Notizen von Momentan-Nuancen charakteristischer Bewegungen,

Massengruppierungen, Menschenperspektiven kann man beobachten, welche Konzentration,

welche geistige Disziplin bändigend walten und die Erscheinungen erfassen muß, ehe im

Fertigen dann die Illusion müheloser selbstverständlicher natürlicher Augenblicklichkeit

erreicht wird.

Die Technik dieser Straßenszenerie ist interessant. Stark pastos werden die Farben

behandelt. Das Buntscheckig-Geschichtete des Markt- und Feilschgetriebes an den aufgetürmten

 Gemüsekarren, das Beschilderte, grell Behangene der Fassaden kommt zum frappanten

 Ausdruck. Neben diesem malerischen Staccato gibt es auch jene holländischen

Ruhestimmungen der sonnedurchzitterten Baumgänge, der Parkalleen, der schweigenden

Gärtchen, der verwunschenen Dorfwinkel jener Gegenden, vor denen die Zeit still zu halten

scheint, und die in ein Dämmerleben eingesponnen sind. Und Liebermann ist, wie er Meister

des vibrierenden zuckenden Tempos, so auch Meister der Stille.

Gegen solche blutvolle Lebensbeute wirkte etwas frostig die Herkomer-Galerie bei

Schulte. Die beiden großen Repräsentationsbilder für seine Heimatstadt: die Bürgerversammlung

 und die Magistratssitzung zu Landsberg am Lech, hingen sich dort in zu enger

Distanz nicht sehr günstig gegenüber.

Busentiichlein, mit Seide, Gold und Flitter gestickt, Enns (Kai. III, x4)

IN
            
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