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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 2)

Ikonographie nach, welche wie 
bei der „Auferweckung des La- 
zarus" noch Verwandtschaft 
mit der frühchristlichen Kunst, 
zum Beispiel der Katakomben- 
malerei zeigt, frühmittelalterlich 
typischen Stils, wie auch in der 
figürlichen Bewegung und in 
der räumlichen Anordnung. Die 
Kirche von Saint-Ghislain, Hai- 
naut, besitzt einen stark, sowohl 
in Bezug auf die Diamanten, als 
auch auf die Goldarbeit, reno- 
vierten kleinen Schrein rheini- 
scher Herkunft, dessen sechs 
allegorische Gestalten der Tu- 
genden in en-plein-Email aus- 
geführt sind, das heißt die Ge- 
sichtsflächen und Hände, die 
Evangeliarien und der Grund 
sind im ursprünglichen Golde 
stehen gelassen, während nur 
Gewänder, Gesichtszüge und 
Inschriften emailliert erscheinen, 
Buchdeckel, XII. Jahrhundert (I-Ierzoglich Arenberfsche eine Technik,  trotz des nor- 
Sammlung) dischen Grubenschmelzes die 
auch noch im XII. ]ahrhundert dauernd anhaltenden Beziehungen zu Byzanz 
illustriert. Wieder in Vollemail sehr fein ausgeführte romanische Blätter- und 
Palmettenornamentstreifen trennen einrahmend die Figuren voneinander. 
Ein kleiner Tragaltar (I-Iolzkern mit geschlagenen Ornamentstreifen 
und emaillierten Kupferplatten bekleidet) rheinischer Arbeit aus der Kirche 
von Gladbach, ungefähr vom Jahre Izoof dessen Platte um den Altarstein 
zwischen Zierbändern den KruziFixus mit Maria und Johannes unter den 
Kreuzesarmen, zweimal den Weltenrichter auf der Erdkugel sitzend, das 
Opfer Isaaks und eine Anzahl von Evangelisten und Heiligen als Rand- 
umrahmung, dessen Wandfries an den Schmalseiten wieder apokalyptische 
Darstellungen, an den Längsseiten die Apostel unter einer Rundbogenarkatur 
aufweist, zeichnet sich durch eine große Korrektheit in der Grubenschmelz- 
ausführung-verschiedene Tönungen in Blau, Grün, Gelb, Weiß undBraunrot 
-- und durch die ebenso sorgfältige Anpassung der aufgenagelten Rezipienten- 
plättchen an dem mit Inschriften und Ornamenten gravierten in Gold getrie- 
 
"' Figurierte auch schon auf der kunsthistorischen Ausstellung von xgon zu Düsseldorf sub Nr. 53x. Ver- 
gleiche such Falke-Frauberger, Deutsche Schmelzen-heizen des Mittelalters. Frankfurt am Main 1904. Tai. 
23 und 24.
	        
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