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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 2)

mit breit klaffenden Mäulern und

runden Klotzaugen finden. Die

Trinkhörner, die, von gegossenen

 Metallbändern zusammengehalten,

 in einem Tierköpfchen

ausmünden und auf drei Tatzen

gestellt sind, kamen damals zugleich

 mit dem Transsubstantiationsdogma"

 im Abendmahlsritus

auf, zur Verhütung auch nur der

geringstenVerschüttung des doch

sich in das leibliche Blut des

Herrn verwandelnden kostbaren

Weins. Die romanischen wieder

sehr massigen gLeuchter bestehen

meist gleichsam aus einer Reihe

sich verjüngender, runder Scheiben,

 die die mäßig profilierte _ _ _

Schale mit dem Lichterstachel Aqmajiijfjjuilhflüäfjfleifi"22521211S" Dumm

tragen; als Füße dienen liegende

Tier(Löwen)gestalten; das Ornament besteht hier nur aus primitiven Kreis-1öcherzusammenstellungen.

 Gotik und Renaissance, die diese Leuchterform

 in ihrem monumentalen Aufbau vollkommen übernommen haben,

gestalten natürlich dieses Ornament reicher. Eine andere romanische

Leuchterversion gibt den Fuß als dreiseitige omamental durchbrochene

Pyramide. Der romanische Kruzifixus ist bis ins XII. Jahrhundert hinein

der strengsten Architektonik unterworfen: das Kreuz, dessen erweiterte

Balkenenden häuiig die Evangelistensymbole - vielleicht in Zellenschmelz

- zeigen, ist ein mit der Metallsäge ausgeschnittenes, ganz Baches,

kunstgewerbliches Goldschmiedestück, das keine Konzession dem eigentlich

doch zu kennzeichnenden Holzmaterial macht, wie wir es so „naturalistisc

 " in der Gotik, in der nordischen Renaissance finden.

Vor diesem häufig noch mit Halbedelsteinen gezierten Kreuzesstamm ist

der Heiland auf ein „Suppe'daneum" (Fußbrettchen) gestellt; scharf senkrecht

steht der Körper; scharf wagrecht breiten sich dazu die Arme aus; die

physikalischen Funktionen des Leidens der sich vor Schmerz krümmenden

Glieder hat diese durch massige Formen monumental redende Zeit nicht

ausgedrückt. Allmählich tritt eine Belebung dieser Starrheit ein: das

gekrönte Haupt wird nach links, die Hüfte nach rechts verschoben, die

Arme lassen etwas im Ellbogengelenk nach; zu dieser berühmten „S-förmigen"

Linienbewegung soll auch noch die „elegantere" Aufsteckung des Hüfttuches

beitragen, welches in dieser Zeit, der Glanzepoche rheinischer und Limousiner

 Emailwerkstätten, häufig durch blauen oder grünen Grubenschmelz her-"

 Dessen kirchliche Sanktion fällt freilich erst zirka um Jahre später auf das Lateranknnzil von xz15.


            
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