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Vom Tcpe zu Sarnath, nach Louis Rousselet .,L'Inde des Rsjahs"
Rubinen und Saphire sind nur in den seltensten Fällen zu Hülfe gezogen,
dagegen spielen Mondstein, Chrysopras, Bergkristall, Perltropfen, Topase
und andere minderwertige Steine eine wichtige Rolle. Und der Stil des Oma-
mentes wird durch diese Wahl des Materials bestimmt. Die kostbaren Edel-
steine verlangen durch ihren Glanz und ihre ausgesprochene Färbung eine
massive Einfassung. Die matten und lichten Halbedelsteine kommen nur
zur Geltung, wenn sie in zartes, dünnes, drahtartig bearbeitetes Gold oder
Silber gefaßt sind. Dieser „Drahtschmuck" wurde zuerst in Birmingham
gemacht und fand bald Verbreitung über das ganze Land. Von den ver-
schiedensten Quellen fanden sich in der Arts and Crafts-Ausstellung Hals-
ketten und Gehänge mit durch einfache, doppelte und dreifache Silber- und
Golddrahtketten verbundenen Gliedern von etwas stärkererFassung und mit
lose hängenden Perlen und Steinen.
Selbst bei den massiveren Stücken sind die kostbareren Edelsteine so
viel als möglich vermieden und durch farbenprächtige Emaileinlagen ersetzt.
James Cromar Watt erreicht in einer Halskette mit Pfauengehängen durch
den Reichtum der Emailverzierung eine Wirkung von solchem Glanz und
dabei von solcher Abwechslung, daB das Geiiitter von Juwelen daneben
farblos erscheint. Die reichste Palette hat ihm zur Bemalung des Gefieder-
rades gedient. Man möchte fast glauben, daß zermalmte Edelsteine die
Emailfarben hier ersetzt haben. Auch sein Bergkristallgehänge ist ein kleines
Meisterwerk. Auch Bernard Cuzner vermeidet bei seinem hier abgebildeten
I-Ialsgehänge das Zuziehen von Steinen, an deren Stelle er Emaildarstellungen
der für England, Schottland und Irland symbolischen Rose, Distel und des
dreiblättrigen Klees setzt. Um die patriotische Idee weiter auszuführen, sind
noch ein Segelboot - „England beherrscht die See" - und als Glieder drei