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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

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des Grabes, doch sucht 
man es mit der Stelen- 
formzu vereinigen, ihm 
so eine breitere Sil- 
houette zu geben und 
größeren Raum für 
Reliefschmuck und 
Schrift zu gewinnen. 
Zu diesem Zweck ste- 
hen für die Ausführung 
in Stein hinlänglich 
Muster aus altchrist- 
licher und byzantini- 
scher Zeit, das Laba- 
rum, die mittelalter- 
lichen Formen der 
Ordenskreuze, zurVer- 
fügung, so daß man 
nicht nötig hat, bei 
Assyriern, Mexikanern 
herumzuschnüffeln, in 
ethnographischen Mu- 
seen die Formen von 
Fetischen zu studieren, 
umetwas ganzApartes, 
nie Dagewesenes zu 
gestalten. Auch bei 
Stelen und Grabplatten 
bemüht man sich ab- Ad. Hildebrand, Grabstätte v. Herzogenbergwiesbaden 
solut neue Umrisse zu 
schaffen und Proiilierung möglichst zu vermeiden. Hier hat ohne Zweifel 
das heroisch Einfache seine Berechtigung, weil es unzerstörbar ist, weil das 
Einfache, Wesentliche am besten der Vorstellung des Ewigen entspricht; 
aber wie man in den Siebzigerjahren dem Vergänglichen, Zufälligen viel zu 
viel Spielraum gewährte, in der Verschnörklung und Protilierung zu weit 
ging und Grabsteine wie Möbel drechselte, mit gebrochenen Giebeln, Zwerg- 
säulchen, Pilastern, Kartuschen und Fassetten ausstattete, verfällt man jetzt 
in das andere Extrem, in das des künstlerischen Nihilismus. Dr. v. Grolmann 
widmete bei der Eröffnung der Ausstellung für moderne Grabmalkunst 
dieser neuesten Richtung folgende treffenden Sätze: 
„Um das Jahr 80 des vorigen Jahrhunderts kommt der schwedische 
Granit auf, dem man eine für alle Zeiten haltende glasartige Politur verleihen 
kann. Nur die Fabriken können sie ihm geben, weil kostspielige Maschinen 
dafür erforderlich sind; bald beherrscht er allein das Feld und so wird der
	        
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