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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

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Loudun, Alencon, Aurillac und andere im 
Königreiche die Erzeugung aller Art Faden- 
arbeit, sowohl mit der Nadel hergestellt als 
geklöppelt, in der Art der Spitzen, die man 
in Venedig, Genua, Ragusa und in anderen 
Gebieten des Auslandes herstellt, Spitzen, 
welche man Point de France nennen soll". 
Der „Point de France" sollte also das- 
selbe sein, wie die fremde Spitze. 
Man wird danach auch begreifen, daß 
es für uns heute ganz unmöglich ist, fest- 
zustellen, ob eine Spitze der genannten Zeit 
in Italien oder Frankreich erzeugt worden 
ist. Wenn es dennoch bisweilen mit schein- 
bar großer Sicherheit geschieht, so beruht 
dies eben zum größten Teil auf Selbst- 
täuschung. 
Wenn übrigens in dem genannten 
Edikte von Spitzen aus Venedig, Genua 
und Ragusa im besonderen die Rede ist, so 
darf man wohl annehmen, daß es sich um 
technische Ausdrücke der Zeit handelt: 
Venedig stand besonders im Rufe, ausge- 
zeichnete Nähspitzen zu verfertigen - in 
dieser Zeit also wohl jene großzügigen Ba- 
rockspitzen, die wir heute als Venezianer 
Reliefspitzen bezeichnen -, Genua scheint 
immer ein Hauptsitz der italienischen Klöp- 
pelarbeit gewesen zu sein, unter Ragusaner 
Spitzen kann man also vielleicht die dritte 
der damals üblichen, wir können sagen, 
damals noch üblichen spitzenähnlichen Ar- 
beiten, die in Art der Reticella, verstehen. 
Es ließe sich diese Auffassung mit dem 
früher Gesagten (über die syrischen und 
griechischen Spitzen) am besten vereinen 
und könnte auch mit zur Erklärung dienen, 
warum die Ragusaner Spitzen später, als 
diese Durchbrüche in der feineren Welt 
eben ganz zurücktreten, nicht mehr er- 
wähnt werden; auch ließe sich die um- 
ständliche Umschreibung der im Erlaß ge- 
meinten Arbeiten („toutes sortes dbuvrages 
de F11 tant a Peguille qu'au coussin") dann
	        
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